Feminismus

Blogparade: Starke Frauen in der Literatur.

starkefrauenbanner

Vor ewigen Zeiten habe ich zwischen Tür und Angel einen Blogpost geschrieben. Damals, als das hier noch ein Rezepteblog war und die Bücher als Füllmaterial dienten. Und als ich noch nicht formatieren konnte.

Nun. Dieser Artikel ist immer noch einer der beliebtesten hier. Und ich möchte ihn schon seit Jahren neu schreiben.

Ich rede von Starke weibliche Charakter. Seht ihr, was ich mit dem formatieren meine? Und den Text habe ich wohl auch geschrieben, in dem ich auf die Tastatur gesessen bin. Ganz abgesehen davon, dass ich das heute überhaupt nicht mehr unterschreiben würde. “Wertvolle Frauen”?! WTF, Vergangenheitsnom.

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Auf jeden Fall drücke ich mich schon lange drum herum, das mal richtig zu schreiben. Und das nicht nur, weil ich faul bin. Vor kurzem ist es mir gekommen: Ich könnte alleine gar keinen runden Beitrag schreiben. Ein so subjektives Thema sollte auch subjektiv behandelt werden.

Da kommt ihr ins Spiel. Ich werde daraus einfach eine Aktion machen. Jeder kann daran teilnehmen.


Die Regeln:

Schreibt einen Blogpost über (bis zu) 10 Bücher mit starken Frauen darin. Wenn ihr nur über eine einzige Protagonistin schreiben wollt, ist das ebenfalls in Ordnung. Ihr könnt auch Nebencharaktere nennen. Schreibt, warum ihr gerade diese Frau so stark findet. Alle Genres sind erlaubt. Bitte postet den Link hier in den Kommentaren. Das wars!

Den Banner dürft ihr gerne benutzen. Ihr könnt auch euren eigenen basteln. Wie ihr wollt.


Teilnehmer:

Von Frau Schreibseele: Schreibkasten.wordpress.com

Von Fried Phoenix: Warum ich das Konzept des „starken weiblichen Charakters“ ätzend finde

Von Corly: 

Blogparade: Starke Frauen

Von Elea Brandt:Ladies Talk: Starke weibliche Charaktere

Von Kerstin: Starke Frauen

Paper Princess, ein Exempel; oder: Es hat begonnen.

Nach dem ich vor kurzem noch sehr angepisst war, bin ich nun stolz. So so stolz. Warum? Die Buchblogger mucken auf. Die Stimmen, sowohl von Bloggern als auch von Autoren, werden immer mehr. Sie alle finden das aktuelle Frauenbild in Büchern mehr als zweifelhaft. Und drücken das auch deutlich in Blogartikeln aus.

Ich bin sehr glücklich mit dieser Entwicklung. Bald haben wir die Welt geändert! (Und wenn nicht schimpfe ich einfach weiter.)

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Ich bin mir auch bewusst, dass mein Blog in vielen deutschsprachigen Blogartikeln verlinkt ist. Inzwischen sind es schon so viele, dass ich kaum mit lesen hinterher komme. An dieser Stelle noch mal: Danke! Ich habe anfangs versucht, allen persönlich zu kommentieren, aber es sind einfach zu viele.

And now, without much further ado… die wichtigste Linkliste, die ich jemals erstellt habe.


[Offener Brief] Was soll das mit den RapeFiction Romanen? von Frau Schreibseele.

Sollen eure Töchter dieses Vorbild leben? Sollen sie sich von einem Mann dominieren und vorschreiben lassen, wie sie zu leben und zu lieben haben? Und vor allem möchtet ihr, dass es völlig in Ordnung für sie ist, dass sie sich von einem Mann vergewaltigen lassen?

Ist das euer Weltbild einer idealen Frau?

Frau Schreibseele hat auch einen anderen Artikel zu diesem Thema geschrieben:Rape Fiction – Muss das wirklich sein?


Gewaltverherrlichung – Oder: die Buchwelt schockt uns! von Kejas-Blogbuch.

Und das ist die heutige Erotik? Die große Liebe ist gekennzeichnet von Kontrolle und Besitz? Die Frau von heute ist dem Mann fügig, willenlos bei der kleinsten körperlichen Berührung? Immer wieder kommen Formulierungen in solchen Büchern wie „Sex muss so sein“ und das ist es was Jugendliche lesen sollen? Der Sex soll gleichgestellt werden mit Schmerz?


[Mein Ärger über] Gefährliche Romantisierungen in Büchern von Back Down To Earth.

Was ist das für ein Bild für jugendliche Leser? Dass Männer sich alles herausnehmen dürfen, dass sie einer Frau vorschreiben können, was sie zu tragen hat und dass sie ihre voyeuristische Ader ausleben dürfen, weil das neuerdings so romantisch ist?


Meine Probleme mit Pseudo-Liebesromanen* von Nina C. Hasse.

Solche Passagen finden sich auch in dem ein oder anderen Thriller – mit einem gravierenden Unterschied: Meistens hat ein Opfer sexueller Belästigung solche Gedanken dem oder den Täter(n) gegenüber. Hier jedoch werden die Täter nicht als solche dargestellt, denn schließlich ist einer von ihnen der Love Interest unserer Protagonistin.


Lydia Benecke: Shades of Grey ist sexuelle Gewalt von ruhrbarone.de

BDSM ist eine Gemeinschaft, die an Sicherheit und Geborgenheit glaubt. Einwilligung ist immer notwendig und Partner kümmern sich um einander. Nach Handlungen und Rollenspiel sind die Partner gefühlsmäßig füreinander da, um sich beim Übergang aus dem Spiel zu helfen. FSOG beinhaltet nichts davon.


Gaslighting the Reader: the MMC, Part One von Emily Barnard.

How it is just amazing that he tells her she looks lovely in that green gown, or remembered that her favorite book of all time is A Tree Grows in Brooklyn. It is the pinnacle of love that he picks her up for a date, or pours the glass of wine for her, or is wearing a tie. It’s so romantic that he treats her with, um, fundamental consideration and acts like a mature and responsible adult.


Problematisches Verhalten in Büchern von Babsi.

Was vereint all diese Buchtypen? Meist, dass sie als gutaussehend und wohlhabend beschrieben werden. Das gibt ihnen scheinbar das Recht sich über alle Zweifel zu erheben. Wäre es ein untersetzter, verschwitzter Mann in seinen 40ern würde die Szene im Buch vermutlich ganz anders aussehen.


Gibt es eine Verantwortung der Buchbranche? von Bordsteinprosa.

Wenn wir also Literatur im Mainstream platzieren, deren Inhalt sich an Grundgesetz, Strafgesetzbuch und sämtlichen moralischen und ethischen Grundwerten unserer Gesellschaft reiben, müssen wir als Autoren, Agenten und Verlage dafür sorgen, dass dies dem Leser ebenso bewusst ist.



Liebe Verlage: Aus Macht folgt Verantwortung von Fantastronautin.

Verlage stehen für Qualität. Zumindest in der Vorstellung der meisten Leser. Sie vertrauen darauf, dass professionelle Lektoren die besten Geschichten unter allen eingesandten Manuskripten auswählen. Dass bei der Selektion auch das Verkaufspotenzial eine wichtige Rolle spielt, ist legitim, denn Verlage sind Wirtschaftsunternehmen. Problematisch wird es, wenn der Profit zum einzig entscheidenden Auswahlkriterium wird.


Das Buch ist problematisch, aber… von Isabella.

Aber wer bin ich, zu sagen, dass Rassismus weniger problematisch ist als Ellas Prostitution in Paper Princess? Eben. Da gibt es kein Abwägen. Es ist beides verdammt noch mal ein Problem. Es ist sogar ein Problem, über das gesprochen wird. Aber die Fans — und da nehme ich mich nicht aus! — verschließen davor die Augen.


So You Want to Excuse a Problematic Book, Huh?

Intent – “[The author] didn’t mean to!”

Why it’s not an excuse: I’m going to use a nice little analogy for this. Let’s pretend I have a big exam, so I study really hard for it. I go into the exam with the intent to pass it. So, I’m feeling pretty confident after I take it. I mean, I studied so hard, and I intend to pass it. However, when the professor gives me the test back, I failed. It can’t be, right? So I go to the professor, and I tell them “You see professor, it’s impossible that I failed the test, because I studied very hard and intended to pass it”. The professor is obviously going to change my grade now, right?


[Let’s Talk]: Die zwei Körper der Buchblogger von Munderoon.

Bei der öffentlichen Person, die jeder Buchblogger (!) unweigerlich ist, sollte es anders aussehen. Hier zählt neben eurer persönlichen Meinung vor allem noch ein weiteres Kriterium: Verantwortung. Und diese Verantwortung stoppt auch nicht vor der Haustür des Lieblingsautors/der Lieblingsautorin.


Pseudo-Liebe: Warum Frauen keine Liebe verdienen von Vom Schreiben leben.

Was ist der Unterschied zwischen „Oh, ich brauche dich so sehr!“ und „Oh, ich liebe dich so sehr!“?

Jemanden zu brauchen, kann egoistisch sein. Wenn jemand mir sagt, dass er mich braucht, beklemmt mich das, weil ich nicht die Verantwortung für ihn übernehmen will (wir sprechen hier von zwei Erwachsenen, bei Eltern-Kind-Beziehungen ist das natürlich anders, weil es eine echte Abhängigkeit gibt).


Rollenbilder und die Unterdrückung von Frauen in Büchern im Literaturschock-Forum

Seid ihr der Meinung, dass Bücher nicht genug Macht haben, unser Denken zu beeinflussen (gerade, wenn man sehr jung ist) oder denkt ihr, dass Verantwortung übernommen werden sollte?


Censorship, Readership, and Rape as Romance von Jenny Trout.

At the end of the day, authors are free to write whatever fantasy strikes them. Readers are free to consume it. But those readers and authors must accept that others will not be silenced so they can enjoy their fetish without guilt. No matter how it may be dressed up as “non-con” or “dub-con,” these books are rape fantasy


Um das noch mal hervorzuheben: Es geht nicht darum, diese Bücher zu verbieten. Es geht darum, dass die Leser darüber nachdenken, was sie da lesen. Es geht darum, dass die Blogger realisieren, was sie da empfehlen. Es geht darum, dass sexuelle Gewalt nicht romantisch ist.

Es geht darum, dieses Thema nicht tot zu schweigen.


*Wer noch verlinkt werden möchte, bitte melden. Wer nicht hier verlinkt sein will (hey, ich versteh das!) bitte auch.

Also ich kann weibliche Bösewichte gar nicht mal so gut leiden.

Ich mag weibliche Bösewichte nicht.

Aber bevor ich den ungezügelten Hass aller Leser auf mich ziehe: Ich habe dafür gute Gründe. Ich würde nämlich sehr gerne mehr weibliche Bösewichte lesen. Wenn da nicht ein Problem wäre.

Weibliche Bösewichte haben einfach keinerlei gute Motive. Genau genommen haben sie immer nur ein einziges. Ihnen wurde das Herz gebrochen. Ein Mann war gemein zu ihnen. Er hat sie betrogen, er hat sie gar nicht erst angesehen, er hat ihr Leben ruiniert, weil er sie nicht (mehr) wollte. Oder, bei Erweiterung, seine Geliebte oder Tochter wars. Also schuld am Unglück.

Und es nervt. Unheimlich. Männer haben alle Motive des Spektrums zur Verfügung, inklusive gar keines. Frauen? Die haben Liebeskummer.

Die einzigen beiden Frauen, bei denen das nicht so war, sind Bellatrix Lestrange aus Harry Potter und, weil ich nicht spoilern will, die Killerin in Ich soll nicht töten. Beide waren einfach nur böse, weil sie böse waren.

Die eine war allerdings nur der Minion des männlichen Bösewichts, und die andere so sehr Strippenzieherin im Hintergrund, dass sie vielleicht 5 Szenen im letzten Buch hatte. Von denen 3 bei Skype waren.

 

bellminion

Kopfkino.

 

Was solln das?

Das fing schon damals bei den Gebrüdern Grimm an, als die Stiefmütter alle doofe Hexen waren. Und wo es damals noch guten Grund hatte, immerhin waren Stiefmütter damals größtenteils doofe Hexen, zieht sich das immer noch durch die Literatur wie reingetretene Hundekacke auf dem Gehweg.

Weibliche Bösewichte sind flache Charakter, die einfach kaum Reibungsfläche bieten. Es interessiert mich kein bisschen, ob deren Beziehung gescheitert ist. Warum auch? Das ist doch schon passiert, bevor das Buch überhaupt gestartet hat. Ich kenn die doch gar nicht! Warum sollte ich was über deren Beziehungsstatus wissen wollen?

Und warum zur Hölle muss ich ein ganzes Buch darüber lesen?

Ich habe jedenfalls keine Lust mehr über weibliche Bösewichte zu lesen. Zumindest, bis sich da was geändert hat. Bis dahin können die mich mal.

stinkefinger

Wie seht ihr das? Kennt ihr einen weiblichen Bösewicht, die nicht wegen einem Mann böse wurde? Oder stört euch das gar nicht?