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Malou [Diebin von Geschichten] von Lisa Rosenbecker.

Malou [Diebin von Geschichten]

Worum es geht:

Malou ist eine Anti-Muse. Wenn sie einen Autoren küsst, geht seine Idee für ein Buch verloren. Sie hat nur drei Probleme:

  • Ihre letzten beiden Aufträge wurden ermordet.
  • Sie wurde an den Tatorten gesehen.
  • Detektiv Lansbury vom Scotland Yard findet, da besteht ein Zusammenhang.

Malou nimmt also eine nicht ganz so freiwillige Pause vom Geschichten stehlen um zu investigieren. Mit ihren Ermittlungen landet sie schon bald in der Zwischenwelt, die Bücher von unserer trennt.


Soundtrack zur Rezension:

Karpatenhund – Gegen den Rest


Zitat:

Er bewies damit etwas, was ich ebenfalls für ein wahres Klischee über die Engländer hielt: schwarzen Humor. Nur ein Engländer konnte auf die Idee kommen, die Pizza eines Mannes zu essen, der nach Aufgabe seiner Bestellung ermordet worden war.


Meine Meinung:

Die Idee ist wirklich genial. Klar, wenn es Musen gibt, muss es auch Anti-Musen geben, ne? Eigentlich eine einfache Rechnung. Schon allein deshalb musste ich das Buch un-be-dingt lesen. Wobei ich eh ein Sucker bin, sobald irgendwo jemand als Dieb bezeichnet wird. Als Kind war Robin Hood mein Held, okay? Das ist auch der Grund, warum ich bei Bogenschützen große Augen bekomme.

Wie auch immer.

In diesem Buch gibt es keine Bogenschützen.

(Was wirklich schade ist. Jedes Buch profitiert von Bogenschützen. Just sayin’.)


Der Schreibstil ist locker leicht fluffig. Wie Katzenhaare gemischt mit Kaffeepulver. Das Buch ist humorvoll, spannend, und kreativ. Die Autorin kommt ständig mit einer neuen Idee um die Ecke, mit der andere Autoren gleich ein ganzes Buch gefüllt hätten.


Ein bisschen gestört hat mich, dass immer wieder Worte falsch benutzt wurden. Da ist ein Zimmer sporadisch eingerichtet, und jemand möchte seine Position nicht untermauert haben. Außerdem wurde das Satzzeichen >> manchmal durch ein Apostroph ersetzt. Ich bin mir sicher, dass da das Wörterbuch des Schreibprogramms Schindluder getrieben hat.

Allerdings wäre das durch Korrekturlesen schnell behoben gewesen.

Einmal hat jemand mit einer Waffe gezielt, um dann ein Messer zu ziehen, nur um im nächsten Satz wieder mit einer Pistole rumzufuchteln. Vermutlich wurde das nach dem ersten Entwurf geändert und das Messer ist ein Überbleibsel. Auch das wäre einfach nachzubessern. Verlag? Probeleser? Irgendjemand? Nein?


Ich mochte Malou sehr gerne. Malous Mutter ist der Koffein getankte Knaller und beste Freundin Emma kann ruhig ein eigenes Buch bekommen.

Die Charaktere sind durchweg sympathisch, nehmen sich selbst nicht zu ernst, und generell sind ihre Taten meist nachvollziehbar.


Ein Minuspunkt ist die Sicht auf Männer, die da durchscheint. Immer wieder meint Malou etwas über sie, wo ich nur “Hoppla!” dachte. Nichts allzu schlimmes, aber… nu ja. Es ist eine sehr überholte Sichtweise.

Männer konnte man nicht mal einen Tag allein lassen.

Ganz abgesehen davon, dass Malou an einer Stelle eine Frau auf Anhieb als “Oberzicke” betitelt. Warum? Darum. Ihren echten Namen kannte sie ja noch nicht, ne.


Der Plot ist meist Actionreich. Irgendwas passiert immer und es gibt nur wenige unbedeutende Szenen. Selbst wenn mal eine Kaffeepause eingelegt wird, unterhalten sich die Leute dabei über den Fall. Und Kaffeepausen werden bei Malou oft eingelegt.

Überhaupt ist Essen sehr prominent in diesem Buch. Es hat mich dazu gebracht, mitten in der Nacht Pfannkuchen zu backen, und die Tomatensuppe, die ich wegen diesem Buch kochen musste, war auch sehr lecker.


Ein großes Problem, das ich hatte, war das Fernsehen. Richtig gelesen. Die Charakter unterhalten sich nicht nur ständig über Filme und Serien, sie verbringen auch eine ganze Nacht damit, sich DVDs anzugucken. Und Malous Katze ist nach Sheldon Cooper aus The Big Bang Theory benannt.

Ich hätte es viel passender (und spannender!) gefunden, wenn sich die Charakter über Bücher und Geschichten unterhalten hätten. Malou ist Literaturstudentin. Trotzdem redet sie eigentlich nur über Arrow und Despicable me. Und das Passwort, um zum Knotenpunkt des Litversums zu kommen, ist Apfelkuchen.

Ich war in der Hinsicht sehr enttäuscht. Wenn man schon mal ein Buch über Bücher liest, dann hätte ich auch ein bisschen was über Bücher erwartet.


Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Das Buch ist wirklich spaßig zu lesen und ich bin gespannt, was die Autorin als nächstes schreibt. Einfallsreichtum hat sie auf jeden Fall.


Für fans von:

Hex and the City von Shanna Swendson

Die Vierte Braut von Julianna Grohe

Der Fall Jane Eyre (Thursday Next, #1) von Jasper Fforde


Weitere Rezensionen:

Julias Wunderland

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FAKTEN ZUM BUCH:
  • Malou [Diebin von Geschichten] ist ein Einzelband.
  • Verlag: Impress.
  • Das Buch hat 247 Seiten.
  • Preis fürs E-Book: 3,99€
  • ISBN: 978-3-646-60263-0