Paper Princess, ein Exempel; oder: Was zur Hölle ist los mit euch?! ಠ_ಠ

CW: Sexuelle Gewalt.

Ich bin geschockt. Und zwar von der Buchblogwelt. Ja, genau. Von euch bin ich geschockt. Und von eurer Begeisterung für das Werk, das Paper Princess heißt.

In Paper Princess von Erin Watt geht es um Ella. Ella ist 17 Jahre alt. Und strippt. Sie ist Vollwaise und gibt sich als ihre Mutter aus, um alleine leben zu können. Dann kommt plötzlich ein fremder Mann in Ellas Leben, der sie entführt (anders kann mans wirklich nicht nennen. Er zerrt sie in ein Auto und fährt damit in ein Flugzeug, mit dem er davon fliegt. Nein, ich denke mir das nicht aus.), und ihr anbietet, ihr jeden Monat 10.000$ zu zahlen, wenn sie bei ihm lebt. Er hofft, seine fünf verwöhnten Söhne werden dadurch eine Dosis Realität bekommen.


Für alle, die Paper Princess nicht kennen, hier ein Auszug:

Edit: WordPress hat diese Passage zensiert. Ich lass mir was anderes einfallen.

Vielen Dank an Der Leseartz, die diese Seite abfotografiert hat. Wenn darauf morgen schwarze Balken sind, gibt sich WordPress sehr viel Mühe.

©Erin Watt, Paper Princess


Ein paar Seiten weiter:

In meinem Rucksack stecken zehn Riesen. Ich muss nicht für alte Säcke strippen, die in ihren verschwitzten Händen Dollarscheine zerknüllen. Und zwei Jahre sexuelle Belästigung und andere Beleidigungen von den Jungs überstehe ich locker.

Doch dann. Einer der Brüder verliebt sich in Ella. Und zum Glück ist er ziemlich heiß, und mag keine T-Shirts tragen, weswegen Ella keine Einwände hat. Alles ist vergessen. Die anderen vier Brüder adoptieren sie und nennen sie liebevoll Schwesterchen, während der Verliebte sich immer noch wie ein Arschloch benimmt. Nur mit mehr Besitzanspruch.

Zusammenfassend: Cinderella trifft Die Schöne und das Biest trifft Heilige Scheiße, was ist das?!


Blogger finden das voll toll romantisch. Obwohl sie zugeben, dass da Missbrauch passiert. Warum? Darum. Es ist eben unterhaltsam, ne.


Nachdem ich fast täglich eine neue positive Rezension zu Paper Princess gesehen habe, und diesen Bloggern nicht mehr folge, da ich solche Blogs echt nicht lesen will, ist mir vor ein paar Tagen bei Twitter der Kragen geplatzt.

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Es gab viele Antworten. Einige zustimmend, manche rechtfertigend, ein paar uninteressiert.

Und jetzt, nach dem längsten Vorwort aller Vorworte, gehe ich hier noch mal auf ein paar Punkte ein, die in letzter Zeit aufkamen.


Geht es nur um Paper Princess von Erin Watt?

Nö. Paper Princess sticht nur durch zwei Dinge hervor. Erstens kommen dazu gerade täglich mehrere neue Rezensionen. Zweitens ist der Missbrauch nicht nur offensichtlich, er wird im Buch selber so genannt (s.O.). Daher ist es als Beispiel ideal.


Ich weiß, wie problematisch das Frauenbild in einem Buch ist, bin aber alt genug, um es trotzdem gut zu finden.

Nicht jeder ist alt genug. Und ihr bringt das voller Absicht in die Gehirne anderer, wo es dann rumoren kann. Stellt euch vor, ihr habt 200 Leser. Fünf davon kaufen das Buch, und empfehlen es nochmal zwei Freunden. Ihr habt also geschafft, dass das Buch von 15 Menschen gelesen wird.  Glückwunsch. Das ist ein erfolgreicher Blog.  Jetzt rechnet das mal auf 200 weitere Blogs hoch. Was noch eine sehr geringe Anzahl ist. Und nu, wie viele von denen sind reif genug, um den Inhalt richtig einzuschätzen?

Leute, wie wärs mal mit ein bisschen sensibel sein? Viele Leser werden denken, das ist romantisch. Viele Leser werden denken, so ein Verhalten ist normal.

So ungern ich irgendjemandem irgendwas übertrage, ihr habt Verantwortung.


Es ist unterhaltsam!

Das ist ein sehr niedriger Maßstab, wenn das Buch ansonsten voller Scheiße steckt.


Hauptsache, die Leute lesen.

Siehe oben. In den falschen Köpfen ist so ein Buch sehr gefährlich.

Bücher verändern, wie wir die Welt sehen. Je öfter man etwas liest, desto normaler wird es für uns. Und je mehr Leute es lesen, desto normaler wird es in der Gesellschaft.


Viele Blogger haben angst, keine Rezensionsexemplare mehr zu bekommen, wenn sie negative Rezensionen schreiben.

Ganz ehrlich? Dann sollte man gar kein Blogger sein. Schreibt eure eigene Meinung oder lasst es bleiben.  Man hat doch nicht nur einen Blog, um kostenloses Lesematerial abzugreifen.


Der Loveinterest in meinem Buch ist kein Mensch und hat deshalb eine andere Moral.

Er ist menschlich genug, um sich in einen Menschen zu verlieben. Dann sollte er auch menschlich genug sein, um Frauen gut zu behandeln. Ob er jetzt ein Elf, ein Flugzeug, oder ein Alien ist. Natürlich gilt das auch umgekehrt. Wenn der Blob weiblich ist und der Mensch männlich. Oder beide das selbe Geschlecht haben.


Die Protagonstin ist eine starke, unabhängige Frau.

Und das berechtigt die Männer im Buch, sie zu belästigen, weil… ?


Jeder hat ein Guilty Pleassure.

Das ist wahr. Das bedeutet aber nicht, dass man es bewerben muss. Zumindest wenn man schon weiß, und es selber zugibt, dass es sexuelle Gewalt verherrlicht.


Das Cover von Paper Princess sieht so aus, als wären darauf aufgereihte Popos.

Ja, das stimmt.


Willst du Schokolade?

Aber immer doch.


Wie seht ihr das? Haben Blogger Verantwortung? Welche Punkte fallen euch noch dazu ein? Was würdet ihr euch für die Zukunft von Büchern und Blogs wünschen?


Weitere Meinungen zu Paper Princess:

Zunächst mal sei die Leserunde dazu auf Twitter erwähnt, die ihr unter den Hashtags #bbfliest und #PaperPrincess findet.

Kitsune Books

Laberladen

I Am Jane

Der Leseratz

(Wird erweitert. Wer verlinkt werden möchte, bitte melden.)


Weitere Themen zu Feminismus auf meinem Blog:

Also ich kann weibliche Bösewichte gar nicht mal so gut leiden.

Warum ich keine Bücher von Sarah J. Maas mehr lesen werde.

Wie viel Bad Boy ist zu bad?.

Von Edwards und anderen Typen.

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71 Kommentare

  1. Sehr interessierter Beitrag. Bei manchen Punkten kann ich dir durchaus zustimmen. Ich finde es aber ‚in Ordnung‘, wenn man bei Rezensionen hinschreiben würde, dass es einem gefallen hat, aber anderen nicht weiterempfehlen würde. Dann weiss man als Leser, sass es nicht für jeden geeignet ist. Allerdings ist es bei solchen Geschichten wie bei Paper Princess schon fragwürdig, wenn man sowas toll finden kann. Ja, vielleicht ist der Schreibstil sehr flüssig und unterhaltsam. Aber nur aufgrund dessen das Buch als gut zu bewerten, ist etwas unlogisch. Deshalb zweifle ich an der Glaubeürsigkeit von manchen Rezensionen. Bei manchen merkt man genau, dass es nur so gut bewertet wird, weil es ein Rezensionsexemplar ist. Und genau diese Rezensionen werden dann von den Verlagen als Werbung genutzt. *kopfschüttel*

  2. „Es ist unterhaltsam! – Das ist ein sehr niedriger Maßstab, wenn das Buch ansonsten voller Scheiße steckt.“ ❤ ❤ ❤ ❤ ❤
    Danke für diesen Post. Der fasst so viele Gründe zusammen, warum ich inzwischen nur noch eine sehr spezielle Auswahl an Buchblogs lese.

    1. Dito. Und deiner gehört tatsächlich dazu. (Insgesamt sind es nur fünf Blogs, die ich regelmäßig besuche, jetzt, da ich auf diesen gestoßen bin eher sechs).

      Wollte ich nur mal gesagt haben 🙂

  3. ich wusste bisher tatsächlich nicht, worum es in dem Buch geht, obwohl ich in den letzten Tagen/Wochen schon diverse Male den Titel gelesen habe. Puh, klingt ganz schön… schräg? Also, ich finde es ja auch voll romantisch, wenn sich ein Kerl, der mein „Bruder“, wenn auch nur quasi „Stiefbruder“, mir gegenüber in den Schritt fasst. Kann mir echt nichts Romantischeres vorstellen…
    Das mit den aufgereihten Popos 😃 ist mir noch gar nicht aufgefallen (da sieht man mal, wie viel Beachtung ich dem Buch bisher geschenkt habe) – aber du hast Recht!

    1. Ich wusste auch nicht worums geht. Ich habs in der Bücherei gesehen, und, weil ich den Titel so oft bei anderen Bloggern gesehen habe, ausgeliehen, ohne auch nur den Klappentext zu lesen. Vermutlich hätte ich es sonst gar nicht gelesen.

  4. Hallo!

    Ich habe das Buch noch nicht gelesen und habe es jetzt auch erst recht nicht vor, nach deinem Post. Wie du sagst, viele können es eben nicht unterscheiden, ob das in Ordnung ist oder nicht.

    Zu Beauty and the Beast: Zum Glück ist in der Neuverfilmung das nicht mehr so „damsel in distress“-mäßig, und man kann es sich echt anschauen, ohne sich Sorgen machen zu müssen.

    Man, das Buch ist ja dermaßen problematisch, wenn es einen so unkritischen Blik auf Gewalt gegen Frauen wirft.

    LG
    Meerder

  5. Danke für diesen Beitrag. Ich hatte schon geahnt, dass dieses Buch nichts für mich ist, aber jetzt weiß ich es mit Bestimmtheit. Es gibt viel zu viele von diesen Büchern, in denen es als (die große) Liebe verkauft wird, wenn eine Frau sich von dem Typen wie Dreck behandeln lässt oder ihm gleich zu Füßen fällt, sobald er mit seinem „Ich zeig dir jetzt mal, wie’s geht, Schätzchen“ ankommt. 🙂

  6. Ich finde es richtig, richtig toll, dass Du Dich dieses Themas immer wieder annimmst. Ich mochte schon deine Rezension von „Zorn und Morgenröte“ oder deine Anmerkungen zu „Sarah J. Maas’ A Court of Thornes and Roses“ , weil sie sich einfach mal kritisch mit (sexuellem) Missbrauch und dem Frauen-/Mädchenbild in der derzeitigen Jugendliteratur auseinandersetzen.

    Ich kenne diese Bücher nicht, nicht zuletzt, weil Du mich davon abhältst, Geld für so einen Mist auszugeben. Bitte gern weiter so, denn dann weiß ich, was auch meine Töchter nicht gekauft bekommen bzw. was ich mit ihnen ggf. besprechen muss, wenn sie es dennoch lesen. (Verbieten mache ich nicht, hilft eh nicht)

    Wir sprechen in den Medien über Männer aus anderen Kulturen, die Frauen schlecht behandeln, sexuell belästigen usw. (man denke nur an die Silvesternacht in Köln) und schreiben es deren Kultur und Sozialisation zu. Letztendlich sieht man an unserer eigenen Literatur, dass es doch hier nicht anders ist. Schlimm genug, dass Frauen diese Bücher schreiben.

    Herzliche Grüße
    Mona

  7. Danke für diesen sehr gelungenen Beitrag, der mich definitiv für das Thema sensibilisiert hat. Ich kann nicht sagen, wie ich das Buch rezensiert hätte, wahrscheinlich aber eher negativ, denn das, was du oben zitiert hast finde ich schon sehr abstoßend. Ich muss aber auch gestehen, dass ich mir wahrscheinlich nicht ganz so viele Gedanken zu dem Thema gemacht hätte, wie du es hier getan hast. Von daher kann ich wirklich nur Danke sagen, denn ich werde zukünftig auf jeden Fall mehr darauf achten, was ich lese und wie ich es bewerte.
    Herzliche Grüße
    Yvonne

  8. Du hast es getan! Danke, für diesen mutigen Post. Wir haben unserern Glauben an die Buchbloggerwelt wieder gefunden.

    Für uns – als Verlag & Autoren – sieht Kritik immer schnell nach Neid und Missgunst aus. Besonders, wenn ein Buch so großen Erfolg hat. Trotzdem möchten wir gerne ein paar allgemeine Gedanken und Überlegungen einbringen.

    Wir finden, die berechtigte Kritik sollte nicht nur an die Buchblgogger und Leser, sondern an die ganze Buchbranche gehen:

    Beispiel: Wir bekommen den Spiegel Bestseller Newsletter: Im Betreff: „Constantin Schreiber und Erin Watt setzen Akzente in den Paperback-Rankings“

    —„Setzen Akzente“ …
    „Erin Watt“ ist das erfundene Pseudonyme von Elle Kennedy und Jen Frederick. Die beiden haben sowohl die Story genau auf den Markt ausgerichtet, als auch den Autorennamen und das Vermarktungs-Konzept. Sie können das.
    Kurz: Erin Watt ist ein Produkt. Kein „Buch“, keine Autorin. Aber da es sich gut verkauft, will man es den Lesern als lesenswertes Buch einer Autorin verkaufen. Einer Autorin, die „Akzente“ setzen kann.
    Erin Watt ist ebensowenig „eine Autorin“ wie Paper Princess ein lesenswertes Buch. Es ist ein Produkt. Dies sollte man auch verbal klarstellen, wenn man darüber spricht.

    —„Goodreads Choice Finalist 2016“ …
    Ist das überhaupt ein Prädikat? Das Buch wird sicher auch bei Lovelybooks Preise mitnehmen. Aber was heißt „bestes“ Buch, wenn wir nur noch davon ausgehen, wie oft es sich verkauft hat? Wie populär eine Sache gerade ist?
    Für uns verlieren solche (Leser-)Plattformen damit ihre Empfehlungshoheit. Was traurig ist.

    Noch eine – persönliche – Anmerkung. Wir haben ein Buchlabel und wir haben zwei Töchter und einen Sohn. Also reden wir hier auch als Eltern (*wink* zu Tintenelfe Mona).

    Wir finden es nicht gut, mit dem koketten Gedanken zu spielen, dass Frauen alle Männer in den Griff bekommen können, wenn sie nur anziehend und sexy genug sind (wer als Stripperin gearbeitet hat, fällt natürlich in diese Kategorie).

    Hiermit wird nicht nur ein extrem reaktionären Bild von Frauen vermittelt und Druck auf junge Mädchen ausgeübt, sondern auch ein extrem schräges Bild von Männern. Als wären sie brainless Monster, die sich auf jede Frau mit einem Knackarsch stürzen, um es ihr zu besorgen (mit nacktem Oberkörper versteht sich).
    Männer haben das Geld = die Macht. Und immer Frauen den attraktiven Körper (am besten unschuldig/jungfräulich).
    Wir sollten menschheitsgeschichtich eigentlich weiter sein, oder?

    All the best

    Die Redbugx

    1. Hi, ich stimme euch vollumfänglich zu, außer in eurem Verlagsbashing.

      „Die gesamte Buchbranche“ veröffentlicht genau so wenig solch kitschigen Dumpfsinn wie ihn alle Buchblogger toll finden.

      Die Hervorbringungen mancher Imprinte der Konzernverlage sind zwar repräsentativ … aber nur für genau die Sparten, die sie bespielen. Es gibt neben diesen Kitsch-Klitschen hierzulande sehr rührige Verlage, die lesbare Unterhaltung produzieren. Ohne sexuelle Ausbeutung, Verherrlichung steinalter Rollenklischees und weiblicher Helden ohne Selbstwertgefühl.

      Ich meine nur.

      Liebe Grüße
      Fabian

  9. Hallo,

    ich finde deinen Artikel einfach nur großartig und stimme dir in jedem Punkt zu.

    Ich kann den Hype um solche Bücher nicht nachvollziehen und verstehe überhaupt nicht, wieso solche Bücher von so vielen so vollkommen unreflektiert gelesen werden. Mich regt einiges was man da so an Schwärmerei liest echt auf. Solchen Leuten entfolge ich auch immer öfter, da mag ich einfach nichts von Lesen.

    Ich finde es auch nicht gut, dass die Verlage so etwas veröffentlichen. Mir ist bewusst, dass jeder Verlag nicht nur aus Liebe zum Buch veröffentlicht, sondern natürlich auch wirtschaftliche Interessen hat und dass daher gedruckt wird, was sich gut verkauft. Das ist ja auch richtig so. Warum aber so etwas unterstützt wird, ist mir nicht verständlich. Vielleicht könnte man stattdessen ja auch mal Bücher mit starken Frauenfiguren hypen, die würden sich sicher auch verkaufen.

    LG
    Julia

  10. Huhu,

    ich habe gestern Abend erst darüber diskutiert. Es ist sehr interessant zu sehen, wie unterschiedlich die Meinungen sind. Selbst in einer recht homogenen Gruppe, wie der die dort gestern zusammen saß.

    Ich persönlich finde es vor allem schlimm, dass das Buch an eine jüngere Zielgruppe gerichtet ist bzw. zumindest in diese Richtung vermarktet wird, wenn ich mir die Bloggerinnen anschaue, die das so bekommen haben. Einem Erwachsenen traue ich grundsätzlich erstmal zu die Probleme zu erkennen und es sein zu lassen. Dann ist „Ist ganz nett und unterhaltsam geschrieben“ wirklich noch grade so okay, als Grund das Buch gut zu finden.
    Aber wie du schon sagst: Was ist mit denen, die nicht so reflektiert sind? Sei es weil sie keine Erfahrungen haben oder weil sie einfach nicht der Typ Mensch sind, der so was mitbekommt.

    Es ist einfach schwierig. Bücher verbieten ist nie eine gute Idee. Generell sollte jeder lesen und schreiben können, was er/sie möchte. Ohne Ausnahme. Aber manchmal wäre es doch schön, wenn sich etwas mehr Gedanken gemacht werden würde über die Wirkung, die Sachen haben könne. Das ist aber ein generelles Problem unserer Gesellschaft, denke ich.

    Danke auf jeden Fall für diesen Beitrag.

    LG
    Lena

  11. „Zusammenfassend: Cinderella trifft Die Schöne und das Biest trifft Heilige Scheiße, was ist das?!“ – Dein Text ist wirklich großartig! Ich habe bisher noch nie von diesem Buch gehört (gehöre aber auch nicht zur Zielgruppe, denke ich), aber das heiß ja nichts: Deine Kritik kann man auf viele Bücher/Blogs anwenden. Kritisch hinterfragen muss erlaubt sein (Fun fact: Ist es ja auch!), und nicht versteckt bleiben, nur weil man das Buch vom Verlag gestellt bekommen hat.

  12. Ich finde es ebenfalls schrecklich, wie unreflektiert manche Blogger dazu beitragen, dass Bücher gehyped werden, in denen Gewalt verharmlost, schubladisiert und mit Klischees herumgeworfen wird. Wir haben als Blogger auch eine gewisse Verantwortung, und das sollte man sich doch immer mal wieder bewusst machen.

    Danke für deinen wundervollen Beitrag!

  13. Ich verfolge eigentlich den Gedanken, dass jeder lesen soll, was er mag. Erotikbücher verstehe ich prinzipiell nicht, weil die, so hoffe ich, mit der Realität nichts zu tun haben.
    Fabian hat einmal einen großartigen Artikel dazu geschrieben: http://herrbooknerd.blogspot.co.at/2016/06/wann-ist-ein-mann-kein-mensch.html

    Im April 2012 erschien das Buch „Das Ende von Alice“, ein Roman über das Thema Pädophilie, es zeigt, wie ein Täter sein Oper „verführt“. Das Geschrei war groß, im Juni des gleichen Jahres kam der erste Teil von Shades of Grey auf dem Markt und ab da, so habe ich das Gefühl, geht es bergab. Es soll immer mehr, immer wilder zugehen. Die Grenzen werden ausgehoben und einige Leser rechtfertigen sich damit, dass es ja nur Literatur ist, man es doch niemals ernst nehmen würde. Ich frage mich dann immer nur, was findet man an den Büchern.

    Man könnte sagen, warum gibt es dann auch Thriller, die sind vom Thema her ebenso verwerflich, die Sache ist nur, in diesen Büchern wird Mord alles etwas Falsches dargestellt, in Erotikroman hingegen scheint die Unterdrückung der Frau eine Regel zu sein. Sexuelle Belästigung mit einem Schulterzucken zu quittieren ist extrem beschissen, wen wundert es, dass viele, ob Männer oder Frauen, dann lieber schweigen, weil solche Bücher zeigen doch, ist ja gar nicht so schlimm, man soll sich mal nicht so anstellen.

    Das schlimmste Buch aus dem Jugendbereich, welches ich gelesen habe, war „Hope Forever“. Eine Geschichte, die von so vielen geliebt wird, die aber das Thema sexuellen Missbrauch so falsch, so verzerrt, so nichtig darstellt, dass es mich so extrem traurig gemacht hat.

    Es ist gut, dass du einen Artikel darüber geschrieben hast, dass es Worte bekommt.
    Vielen Dank dafür, vielleicht bringt es wenigstens irgendjemanden ein wenig zu Nachdenken – was ich hoffen würde.

    Alles Liebe
    Yvonne

    1. Man könnte sagen, warum gibt es dann auch Thriller, die sind vom Thema her ebenso verwerflich, die Sache ist nur, in diesen Büchern wird Mord alles etwas Falsches dargestellt, in Erotikroman hingegen scheint die Unterdrückung der Frau eine Regel zu sein. Sexuelle Belästigung mit einem Schulterzucken zu quittieren ist extrem beschissen, wen wundert es, dass viele, ob Männer oder Frauen, dann lieber schweigen, weil solche Bücher zeigen doch, ist ja gar nicht so schlimm, man soll sich mal nicht so anstellen.

      Genau so isses.

  14. Hallo,

    Vielen Dank für diesen echt interessanten – und auch witzigen – Beitrag.
    Ich muss zugeben, dass ich ernsthaft am überlegen bin das Buch zu kaufen um mir selbst ein Bild davon zu machen. Ich habe sooooo unterschiedliche Meinungen dazu gelesen, dass ich überhaupt nicht mehr genau weiß was ich davon halten soll.
    Eben noch vor ein paar Stunden habe ich noch eine total gute und positive Rezension von einer sehr bekannten Bloggerin gelesen, aber ich habe auch die „Leserunde“ bei Twitter verfolgt und naja…da wurde ja schon deutlich was für ein Buch das ist dennoch ich habe genauso oft gelesen: „Das Buch ist klasse. Ich brauche Band 2“
    JA was denn nun. Klar, sagt man immer Geschmäcker sind verschwieden, aber bei solchen schwierigen Themen sollten sie es ja vielleicht gerade nicht sein.
    Nun gut da kommt man ins Grübeln, wie viel dahinter steckt… ABER da ich ja auch sehr geizig bin werde ich es mir wohl eher leihen, denn wenn man mal darüber nachdenkt ist es eigentlich nicht das richtige Zeichen so ein Buch zu kaufen. Hmmmmm…wie du siehst rummort es ganz schön in meinem Schädel!

    Grüße Denise von Leseratten lesen

  15. Deinen Artikel zu Sarah J. Maaß‘ Buch hatte ich auch gelesen und deshalb Abstand von dem Buch genommen. Nun muss ich mir die Kappe aufsetzen, ich gehöre zu den BloggerInnen, die Paper Princess mochten, trotz einiger Kritikpunkte. Besonders bei der von dir zitierten Buchstelle ist mir auch die Spucke weggeblieben und ich war echt erschrocken. „Gerettet“ hat das Buch für mich, dass Ella eine starke Charakterin ist, die sich zu wehren weiß. Aber ich gebe dir recht, das verharmlost diese Szene keinesfalls.
    Du hast mich gerade wirklich zum Nachdenken gebracht, ob ich in solchen Fällen nicht eine Altersempfehlung mit Begründung in meine Rezi einbauen sollte. Danke für diesen wichtigen Denkanstoß!

  16. Hallo liebe Bücherverschlingerin.

    Leider kann ich in deinem Blog nicht weiter lesen, da ich mich in Lebensgefahr sehe. Noch einen so wundervoller Beitrag und ich falle dir zustimmend, lachend vom Stuhl und breche mir das Genick, das aber auch nur wenn ich nicht qualvoll ersticke.
    Ich stimme dir aus vollem Herzen zu. Wenn es einem gefällt, dann ist das in Ordnung, aber man darf nicht die Problematik aus den Augen lassen. Das gilt ja nicht nur für dieses Buch, sondern für so viele andere die verkauft werden wie warme Semmeln.
    Leider bewegt sich der Markt gerade stark in diese Richtung. Noch eine Entwicklung, die ich nicht gut finden muss.
    Da das Buch nun einmal in meinem Bücherschrank liegt werde ich es wohl lesen und ich werde auch eine Rezension dazu schreiben. Da ich den Vorteil habe noch nie ein Rezensionsexemplar angefordert zu haben. (Dazu bin ich vieeeel zu schüchtern) habe ich den Vorteil niemanden gefallen zu müssen und die Hoffnung, den ein oder anderen wach zurütteln, wie du es hoffentlich mit diesem Beitrag geschafft hast.

    Alles Liebe
    Kani

    1. Ich habe schon Rezensionsexemplare zerrissen und trotzdem noch welche bekommen. Tja. Wobei ich auch sehr selten welche anfrage. Vielleicht erinnern sie sich da schon gar nicht mehr an mich 🙂

  17. Guten Morgen

    Ich wollte mir das Buch eigentlich für eine andere Person kaufen, wurde aber zum Glück von solchen Beiträgen wie deinem davon abgehalten. Meiner Meinung nach haben Blogger eine Verantwortung gegenüber den Lesern, besonders wenn die Lesers jünger sind. Grundsätzlich kann ja jeder seine eigenen Meinung über ein Buch oder eine Reihe kund tun, aber irgendwo muss man sich schon überlegen was man schreibt. Ich hoffe dein Bericht rüttelt die Bloggerwelt etwas auf und lässt die jüngeren Paper Princess Liebhaber überlegen für was unsere Vorfahren und wir auch heute noch in Sachen Frauenrechte kämpfen.

    1. Oh ja. Frauenrechte sind in der Bücherwelt noch nicht so ganz angekommen. Aber ich habe Hoffnung. In den nächsten 50 Jahren oder so werden die Protagonistinnen auch aufgeholt haben 🙂 Bis dahin muss ich weiter schimpfen.

  18. Ich habe lange überlegt, ob ich etwas dazu schreibe oder nicht, aber da mir gerade ein wenig der Kragen platzt, tue ich es.

    Erst einmal, ich finde deinen Beitrag gut und wichtig und gebe dir in vielen Punkten recht!
    Und jetzt kommt das ABER. 😉

    Aber, ich gebe an dieser Stelle zu bedenken, dass jegliche Publicitiy, auch negative, wie in deinem Fall, ist und bleibt, was sie nun mal ist: Publicity. Du ziehst damit auch Aufmerksamkeit auf das Buch.
    Nicht falsch verstehen. Rezensionen, die das Buch verharmlosen und als romantisch (nein, das ist es ganz definitiv nicht!) betiteln, die haben einen anderen Impact als dein Beitrag, das ist mir bewusst. Aber Aufmerksamkeit erregst du trotzdem und ich kenne genug Leute, die Bücher kaufen und lesen, gerade weil so heftig über sie diskutiert wird.

    Deswegen ist mir aber nicht der Kragen geplatzt. Der ist mir geplatzt, weil ich mitbekommn habe, wie einige Leute ihr Fähnchen mit dem Wind drehen und Bücher (die teilweise wesentlich schlimmer als dieses hier waren) gelesen und als gut befunden (teilweise sogar rezensiert) haben und nun behaupten, das Buch hier würde so gar nicht gehen und sich der Mehrheit anschließen, weil es vielleicht gerade schick ist oder warum auch immer. Was ist das? Doppelmoral? Ich verstehe es nicht und es regt mich auf!

    Ich gehöre zu diesen Bloggern, die Paper Princess gelesen und nach rein subjektiven Kriterien mochten. Dennoch empfinde ich meine Rezension als kritisch genug. Denn würde ich das ganze objektiv betrachten, würde dieses Buch auch von mir eher im unteren Drittel der Bewertungen landen. Ich kann dir nicht genau sagen, was mir gefallen hat, aber mir hat es gefallen und ich stehe dazu.

    Paper Princess ist für mich kein Jugendbuch und ich habe auch nicht mitbekommen, dass es als solches beworben wurde (vielleicht lebe ich da auch hinter dem Mond und es wurde tatsächlich als solches beworben).
    Inwiefern Bücher solchen Genres überhaupt auf den Markt gehören, sei dahingestellt. Denn in jedem geht es scheinbar um Macht und die Unterdrückung der Frau. Der Unterschied zu vielen anderen Büchern aus diesem Genre, macht für mich hier, dass die weibliche Protagonistin sich nichts gefallen lässt und dagegen kämpft und angeht. Andere Bücher wären daher expliziter zu erwähnen als das hier.

    Was ich damit sagen will…ich gebe dir recht! WIr Blogger haben Verantwortung, zu dieser gehören aber meiner Meinung nach auch solch kritische Texte (vielleicht wäre es besser gewesen keinen expliziten Titel zu nennen, sondern auf die Thematik im Allgemeinen einzugehen).
    Ich rege mich aber über die Leute auf, die eben eine Doppelmoral fahren oder ihr Fähnchen mit dem Wind drehen.
    SoG oder die After-Reihe gelesen und als gut befunden haben und dann dieses Buch verteufeln, obwohl sie es noch nicht einmal gelesen haben? Nö. Einfach nö. Das ist mit dem Strom schwimmen und gut dastehen wollen. Das ist nicht ehrlich.

    Und möge mir bitte jemand eine Frage beantworten? Beim Lesen dieses Artikels ist mir sofort GoT in den Sinn gekommen und wie sehr das gehyped wird. Für mich ist diese Serie aber auch voller Gewalt, Sex und teilweise sexueller Gewalt. Ich verbinde das sofort miteinander. Allerdings muss ich auch sagen, dass ich deswegen weder die Bücher gelesen noch die Serie gesehen habe.
    Nun lässt mich dieses Thema aber nicht mehr los… was ist der Unterschied zwischen der Gewalt und dem Sex in GoT und Büchern wie Paper Princess?
    Die Frage ist nicht angreifend gemeint, sondern völlig ernst. Ich möchte das verstehen und aus meinem Kopf bekommen.
    Im Moment ist in meinem Kopf nur, wie kann man GoT mögen, aber sich so über Paper Princess aufregen, das für mich harmloser ist als GoT…
    Ich kenne GoT, wie oben erwähnt nicht und kann mir deswegen ja eigentlich auch kein Urteil bilden…also…vielleicht kann mich ja einer aufklären. 🙂

    So…mega langer Kommentar… 😉

    Einen schönen Sonntag wünsche ich!

    1. Hallo Miri,
      ich kann da nur für mich sprechen. Mir öffnen solche Artikel, wie dieser hier oben, einfach die Augen.

      Auch ich gehöre zu denen, die SoG damals relativ gut bewertet haben (ich glaube im 3 und 4 Federn Bereich, müsste ich nachschauen), aber es heute nicht mehr tun würden. SoG geht für mich überhaupt nicht mehr. Das ist keine Beziehung die da ausgelebt wird, sondern Gewalt und Unterdrückung und das sollte nicht vermittelt werden. Das ist mir aber erst die letzten 1 – 2 Jahre verstärkt aufgegangen, seit diese Themen immer mehr im Bloggerbereich besprochen werden, dass auch Bücher im Unterhaltungsbereich eben nicht nur lockere Unterhaltung sind, sondern auch eine Botschaft vermitteln, die Menschen beeinflussen kann.

      Ich habe Bücher und deren Protagonisten mehr gesehen, als fiktive Figuren, die mich ein paar Stunden in eine andere Welt entführen. Was für eine Aussagekraft und Beieinflussung hinter diesen Geschichten eigentlich steht war mir (vielleicht sehr naiv von mir) gar nicht so richtig klar. Heute würde ich ein solches Buch anders bewerten.

      Den Anfang habe ich ganz vorsichtig mit Begin Again von Mona Kasten gemacht, das zwar auch noch 4 Federm bekommen hat, in dessen Rezension ich aber erwähnt habe, dass ich den Umgang des Protagonisten mit seiner Freundin nicht gut finde und nicht finde, dass dieses Buch die richtige Botschaft vermittelt. Zukünftig werde ich da strenger bewerten und noch mehr meine Meinung vertreten.

      Doppelmoral… könnte man bestimmt so nennen… ich würde eher sagen Weiterentwicklung. Mir fällt es schwer, diese Aspekte herauszufiltern und anzusprechen, aber ich sehe da durchaus eine Verantwortung. Von daher will ich mich wenigstens darum bemühen in diesen Bereichen sensibler zu werden und sensibler zu rezensieren.

      Paper Princess wurde zu Beginn bei Amazon übrigens ab 14 Jahren empfohlen. Inzwischen ist die Altersempfehlung raus. Die Protagonistin ist 17 Jahre alt, auch das weist darauf hin, dass der Leser um die 15 Jahre alt sein könnte, da die Protagonisten immer etwa 2 Jahre älter als die Zielgruppe sein sollten. Ob das hier nun so gewollt war von Autorin und Verlag, oder ob es ein reines Erwachsenenbuch ist, weiß ich nicht. Inzwischen ist es bei Amazon bei den erotischen Romanen einsortiert, was für Letzteres spricht. Erwachsenen traue ich durchaus zu, da zu reflektieren, aber es haben, so wie ich das verfolgt habt, auch minderjährige Blogger das Buch vom Verlag erhalten. Das finde ich wiederrum bedenklich.

      Viele liebe Grüße
      Yvonne

      1. Liebe Yvonne,
        danke für deinen Kommentar zu meinem Kommentar. 🙂

        Ich gehe da voll mit dir mit! Wir Blogger und auch die Autoren haben eine Verantwortung, einfach weil wir in die öffentliche Welt hinausschreien.
        Ich finde es super, dass mit diesen Dingen kritisch umgegangen wird und eben auch Augen damit geöffnet werden. Auch ich werde in Zukunft wohl strenger bewerten und vor allem (soweit wie mir das möglich ist) genauer recherchieren, wie das Buch beworben wird. Dieses Thema hier geht definitiv nicht spurlos an mir vorbei.

        Bei Paper Princess war mir nicht bewusst, dass es als Jugendbuch beworben wird. Denn ein Jugendbuch ist es, trotz der jungen Protagonisten, einfach nicht. Gut, der einfache Schreibstil und eben diese jungen Protagonisten könnten ein Zeichen dafür sein, klar, aber ich habe es nie als Jugendbuch gesehen. Dass der Verlag Reziexemplare an Minderjährige rausgibt, finde ich auch bedenklich…

        Weiterentwicklung? Ja, definitiv! Keine Frage, die sehe ich auch bei mir. Aber ich meine mit meiner Ausage diejenigen, die sich (in Serien, in anderen Büchern, wo auch immer) brutalste Gewalt reinziehen oder noch vor einem Monat ein anderes erotischen Buch (mit krasserem Inhalt) in den Himmel gelobt haben und sich nun hier oder auf anderen Plattformen über Paper Princess aufregen.
        Das ist nicht ehrlich, das ist für mich Doppelmoral oder einfach nicht den Arsch in der Hose haben, um öffentlich zu sagen, „Hab ich gelesen, fand ich gut, aber dein Beitrag hat mir die Augen geöffnet und ich werde in Zukunft etwas ändern“.
        Oder z.B. das Thema „Missbrauch von Drogen (Alkohol, härtere Drogen etc.)“. Es gibt viele Themen, die Trigger auslösen können und was bei dem einen „nur“ sexuelle Belästigung oder „nur“ ein bisschen Gewalt ist, ist für den anderen gleich schon sexueller Missbrauch oder eben körperlicher Missbrauch. Aber eins „ok“ finden und das andere nicht, verstehe ich nicht. Wenn Verantwortung, dann nicht nur in dem Bereich, der einem just in diesem Moment aufstößt.

        Frag mich nicht, wieso dieses Thema mich so krass aufregt, ich weiß es nicht. Ich möchte auch niemanden persönlich angreifen. Ich komme einfach nur nicht damit klar, dass plötzlich so viele Leute aus dem Boden geschossen kommen, die das alles vermeindlich genauso sehen, aber selber genug Dinge öffentlich tun und sagen, die genauso kritisch zu betrachten sind.

        Lieben Gruß
        Miri

        1. Hallo Miri,
          ich kann deinen Standpunkt gut nachvollziehen! Ich finde, dass du diesen gut dargestellt und niemanden angegriffen hast und ich finde es absolut richtig, auch diese Seite aufzuzeigen.
          Viele liebe Grüße
          Yvonne

          1. Danke! Ich habe ständig das Gefühl ich schwafele und kann gar nicht wirklich verdeutlichen, was ich meine… Mich freut es, dass du es nachvollziehen kannst. 🙂

            Liebe Grüße und noch einen schönen Restsonntag!

        2. Ich kann Dich gut verstehen. Wäre es kein Jugenbuch, sondern Erwachsenen-Literatur, fände ich es nicht so schlimm. Denn ich hoffe, dass Erwachsene dies mit mehr Abstand und einer gewissen Weitsicht betrachten und beurteilen können.

          Das Buch wird aber als Jugendliteratur verkauft, was es m.E. nicht ist (ich kenne das Buch nicht).

          Es mag ja jeder seine eigenen Interessen und Praktiken haben und solche Bücher auch gefallen. Es sollte aber ganz klar bei einer Rezension deutlich gemacht werden, für wen dieses Buch geeignet ist, und für wen nicht.

          Auch wenn „negative Posts“ trotzdem „Werbung“ sind, finde ich es wichtig, mal die Blogger aufzurütteln, die alle Bücher als „total toll“ rezensieren, nur weil es ein Reziexemplar ist.

          Hier sehe ich wirklich die Verantwortung darin, dass wir ehrlich sind und unsere eigene persönliche Meinung wiedergeben sollen. Ja, es kann ja einem gefallen, aber mit einem Hinweis für die richtige Zielgruppe!

          Ich glaube, was Nomnivor meint, dass wir Rezensenten, und wenn wir auch noch so „einfache“ Buchblogger sind, mit solch einem Thema verantwortungsbewusster umgehen sollten und immer die potenziellen Leser im Hinterkopf behalten müssen.

          1. Ich stimme dir voll zu und finde Nomnivors Beitrag auch wichtig.

            Ich hatte mit etwas anderem ein Problem und ich hoffe, dass ich das einigermaßen deutlich machen konnte. 🙂

            Für mich war und ist PP kein Jugendbuch und das es als solches beworben wurde (jetzt ja nicht mehr, außer vielleicht von Bloggern…?) finde ich nicht gut und nicht richtig.

            Bücher, nur weil sie Reziexemplare sind gut zu bewerten finde ich einfach nur unehrlich. Entweder man steht zu seiner Meinung oder hält den Mund. Aber aus Angst keine kostenlosen Bücher mehr zu bekommen, weil man ein Buch schlecht bewertet hat, eine positive Kritik abzugeben, finde ich einfach nur dämlich…

    2. Ja, ich weiß, dass ich dieses Buch damit noch mehr ins Licht rücke. Das ist in Ordnung. Wenn die Leute das Buch durch meinen Beitrag lesen, dann wissen sie auch, worauf sie achten müssen.

      Ohne Beispielbuch hätte das nicht funktioniert. Ich kenne das schon: Gerade diejenigen, die so etwas schreiben, nicken zustimmend, und bemerken gar nicht, dass es um sie geht. Von daher musste ich einen Aufhänger nehmen.

      Ich gehe mal von A Song of Ice and Fire aus, der Buchreihe, von der ich tatsächlich Fan bin. Der Unterschied ist: Dort würde sich niemals jemand auf seinen Peiniger romantisch einlassen. Die Charaktere reagieren echt und gefühlvoll auf solche Situationen. Es wird nicht romantisiert oder verharmlost.

      Ein Beispiel: Im zweiten Band wird eine Frau vergewaltigt. Sie wird dadurch schwanger. Es werden immer wieder die Konsequenzen aufgeführt, die das auf ihre Psyche hat. Sie kann das Haus nicht mehr verlassen. Sie kann nicht mehr allein sein und braucht rund um die Uhr Betreuung ihrer Familie und Dienstmädchen. Sie bekommt Panikattacken. Das zieht sich durch alle restlichen Bände. Sobald sie auch nur erwähnt wird, wird ihre labile Psyche beschrieben.

      Und damit möchte ich nicht sagen, dass die Überlebenden von solchen Attacken in Ein Lied von Eis und Feuer als schwach beschrieben werden, sondern als menschlich.

      Was halt in vielen anderen Büchern im Moment nicht mehr der Fall ist.Dort wird das als Lappalie behandelt. So wie in Paper Princess. Ich hätte über das Buch nicht so geschimpft wenn es irgendwelche Konsequenzen, jenseits eines Schulterzuckens, gegeben hätte.

      1. Vielen Dank für deine Antwort und die Eklärung zu A Song of Ice and Fire!

        Ich habe selber keine Erfahrung, was das öffentliche Ansprechen von solch kritischen Dinge ohne Beispiel angeht, daher kann ich selber dazu nicht viel sagen.
        Aber, wenn ich ein wenig darüber nachdenke und das auf den privaten Bereich ausweite, dann kann ich es nachvollziehen, warum ein Beispielbuch her musste.

        Ich werde jetzt nicht noch einmal ausführen, warum mich das Thema gerade so stört…naja..eigentlich ist es ja nicht das Thema, sondern die Reaktionen darauf…das habe ich bereits weiter oben schon erörtert. 🙂

    3. Game of Thrones trägt die Empfehlung „Ab 16 Jahren“. Ich schau es nicht im Free-TV deswegen kann ich nicht beurteilen, ob der Warnhinweis („Diese Sendung könnte brutal, gefährlich und verstörend sein“) genannt wird. Für gewöhnlich läuft GoT nach 22:00 Uhr…

      Der Unterschied ist glaube ich hierbei, dass GoT ganz klar im Genre „Fantasie“ ist und nicht wie Paper Princess auch Wirklichkeit sein könnte. Dadurch kann es wahrscheinlich besser von der Realität getrennt werden.

      Wäre jetzt meine Erklärung 🙂

      1. Meine GoT- DVDs sind ab 18 (bis auf die dritte Staffel. Die ist ab 15. Hä?)

        Und nein, ich schimpfe auch auf Fantasy, die sexuelle Gewalt verharmlost (siehe z.B. das Reich der sieben Höfe, das ist oben verlinkt unter „Ich finde schon wieder ein Buch einer gefeierten Autorin voll doof.“ )

        Der Unterschied ist, dass in Game of Thrones (oder, weil das mehr mein Bier ist, Ein Lied von Eis und Feuer) eben auch die Auswirkungen gezeigt werden, die Gewalt mit sich bringt. Es wird nicht einfach abgetan. Die Leute sind traumatisiert davon und reagieren dementsprechend.

        Was ich bei Paper Princess eben nicht sehe. Da wird der Protagonistin eine Vergewaltigungsdroge gegeben und alle tun so, als wärs ein böser Streich. Sogar die Protagonistin. In Game of Thrones (oder A Song of Ice and Fire) könnte das selbe passieren, aber die Auswirkungen wären realistischer (obwohl es Fantasy ist). Man würde genau mitbekommen, wie böse so eine Handlung ist.

        1. Ich haba Paper Princess nicht gelesen, hatte es damals abgelehnt, weils einfach auch gar nicht mein Genre ist. Gebe aber auch gerne meine Einschätzung zu der GoT Problematik – ich werde Paper Princess nicht lesen und ich fand auch schon SoG grauenhaft, weshalb z.B. die After-Reihe komplett von mir ignoriert wurde.

          GoT bin ich aber absoluter Fan und ja, ich denke, es ist genau das, wie ihr sagt. Der Unterschied ist hier für mich – Solche Bücher, die einfach auch in der Gegenwart spielen und nicht im Fantasybereich oder beispielsweise im Mittelalter etc., könnten genau so auch um die Ecke passieren und wirken für mich daher einfach deutlich realer. Und eben, oft fehlt hier dann, dass die Auswirkung aufgezeigt wird. Für mich hat das immer etwas von – wir sind im 21. Jahrhundert und es ist nach all dem Kampf trotzdem ok, dass Frauen so behandelt werden (wenn der Kritikpunkt fehlt, die Moral, das Aufzeigen der Konsequenz oder was weiß ich). GoT ist für mich Fantasy und wirklich absolut sowas von nicht real, zudem habe ich bei GoT immer ein Gefühl von Mittelalter – und nun ja, damals war das Leben so und man weiß das es so war und das es falsch war und das deswegen so viel gekämpft und gearbeitet wurde, damit es eben nicht mehr so ist – und, die Auswikrungen, die so klar und deutlich aufgezeigt werden, finde ich auch als ein wichtiger Punkt, warum es mich in so einer Form weniger stört. Wobei auch ich nach dem ersten folgen zunächst monatelang abgebrochen hatte, irgendwann war ich dann aber doch neugierig.

          So im Grundsatz finde ich es eigentlich sogar einen guten Anhaltspunkt, solche Themen in Büchern zu behandeln, wenn es richtig gemacht ist – eben dann mit dem entsprechenden Blick auf die Auswirkungen und dem Fingerzeig und der Mahnung, dass das nicht ok ist. Ich finde es dann auch nicht schlimm, wenn man es gut findet und auch so rezensiert, finde es dann aber auch eine wichtige Überlegung, klar zu sagen, hey, ja mir hat es gefallen, aber bitte, gebt das Buch nicht an zu junge Leser.

    4. Ich glaube worüber sich aufgeregt wird ist nicht, die Tatsache, dass es sexuelle Gewalt in Büchern gibt. Es geht viel mehr um die problematische Darstellung, dass es als normal, romantisch und teils erwünschenswert dagestellt wird.
      Ich habe letztens ein Jugendbuch gelesen, da stand auf dem Klappentext was von leidenschaftlicher Nacht.
      In der Nacht um die es geht war die Dame so betrunken, dass sie nicht mehr gerade laufen konnte und ein fremder Kerl, gehen den sie gestolpert ist, nimmt sie mit nach Hause. Sie ist so besoffen, das sie bei jeder Bewegung fast kotzt, aber er „schläft“ „mit“ ihr. Am nächsten Tag kann sie sich kaum noch erinnern, aber klar, so stelle ich mir Leidenschaft auch vor.
      Das hab ich in einem Spielzeugladen gekauft. Da steht drauf, es sei die deutsche Antwort auf „Biss“

      Und genau da liegt der Unterschied, wenn in GoT jemand vergewaltigt wird käme keiner auf die Idee, es als normal, romantisch oder gar erwünschenswert zu betrachten und zwar egal wie heiß oder reich der handelnde Char ist. Dort ist es eine Vergewaltigung, ein Gewaltakt, etwas von dem man hofft, es nie erleben zu müssen.

      Alles liebe Kani

      1. Schlimm, dass ich weiß, welches Buch das mit der leidenschaftlichen Nacht war. Aber ja, genau so ist es. In ASOIAF gibts Vergewaltigungen, ganz klar, sie werden aber nicht als Teil einer Beziehung beschrieben, der halt passiert, und den man verzeihen kann. Es ist kein Balzverhalten. Es ist Gewalt, und so wird es auch dargestellt.

        Wie gesagt, mich stört ja nicht, dass es Bücher mit diesem Inhalt gibt, sondern dass es in den letzten Jahren wie ein Charaktertick behandelt wird, wenn Männer Frauen in Büchern belästigen. Das scheint irgendwie nicht so tragisch zu sein in den Köpfen der Autoren oder eben auch der Leser.

  19. Danke, danke, danke für diesen Beitrag! Ich habe das Buch selbst nicht gelesen, bin aber schon bei dem, was ich über andere mitbekommen habe, völlig fassungslos, dass das Buch so viele begeisterte Meinungen auslöst. Wenigstens kommen jetzt immer mehr kritische Rezensionen dazu, die ansprechen, wie wenig in Ordnung das einfach ist.
    Wenn sich sowas so gut verkauft und nur 5-Sterne-Bewertungen absahnt, braucht man sich auch nicht zu wundern, wenn auch in Zukunft nur noch Müll erscheint. Mal völlig abgesehen davon, dass ne Menge Teenie-Mädchen gerade vermutlich überzeugt davon sind, dass eine gesunde und romantische Beziehung genau so aussehen sollte. Davor graut es mir echt total. Wie wäre es denn zur Abwechslung mal mit einem Buch, in dem das Mädel tatsächlich gut behandelt wird? Argh.

      1. *räusper* Also wirklich.
        Nominvor – ich schätze deine offene und ehrliche Meinung, diesen Blogbeitrag (danke!), aber diese Bemerkung war – daneben.
        Wollt ihr jetzt eine Liste von AutorInnen, die gute Contemporary-Bücher schreiben? Mit tollen Heldinnen und Helden? Angefangen von Julie Leuze, über Kate Cann, Simone Elkeles, Kody Keplinger, Andreas Steinhöfel, David Levíthan, Rainbow Rowell, Victoria Schwab … und so weiter. Es ist keine Marktlücke. Es ist gute Jugendliteratur, die etwas anspruchsvoller ist und daher nicht so oft gekauft wird. Wäre schön, wenn es eine Lücke wäre, die man nur füllen muss. Aber es ist doch wohl eher der blinde Fleck einer großen Anzahl LeserInnen …
        So, das musste mal raus.
        Und – nur so nebenbei – die Verlage, die PP und Co verlegen, wissen auch ganz genau, was sie da rausbringen. Und reden auch genauso darüber. Und machen immer mehr Slots für diese Literaur frei, weil „ihr“ sie kauft. Ist wie mit Legebatterie-Eiern. Ihr seid diejenigen, die etwas ändern könnt. Sofort.

        Liebe Grüße

        Katrin

  20. Hallo zusammen,

    grundsätzlich stimme ich Dir zu. Ich fand den Hype bei Shades of Grey oder der After Reihe von Anna Todd auch total daneben. 50 Jahre Emazipation für den A…..! Und alle Frauen jubeln. Hä?
    Aber Du kannst doch nicht Bloggern vorwerfen, dass sie ihre Meinung über ein Buch ehrlich sagen, weil es Dir nicht passt und Du es anders siehst. Das finde ich anmaßend. Ob Du nun Recht hast oder nicht. Es gibt die freie Meinungsäußerung und wir sollten uns glücklich schätzen, dass wir in unserem Land frei schreiben dürfen ohne dafür weggesperrt zu werden.

    Wenn Jugendiche das Buch lesen, dann gebe ich den Eltern die Schuld dafür. Ich habe selbst Kinder und da muss man eben beobachten, welche Lektüre sie wählen und mit ihnen darüber sprechen. Dann kann man seiner Tochter erklären, dass so das Rollenbild von Frauen nicht sein sollte.
    Und natürlich sollte ein Verlag Erwachsenenlitheratur auch nicht an Minderjährige verschicken.

    Unterm Strich sollte sich jeder also selbst eine Meinung bilden. Ich werde Paper Princess daher bestimmt irgendwann mal lesen, weil ich mitreden möchte. Und wenn ich es schlecht finde, dann sage ich das, und wenn ich es wider Erwarten mag, dann sage ich das auch. Dafür möchte ich bitte nicht von anderen gedisst werden (=entfolgen etc). Das finde ich furchtbar.

    In der Bloggerwelt sollte jeder weiter seine Meinung zu Dingen sagen dürfen. Daher finde ich deinen Beitrag gut, aber verurteile andere Leute nicht für eine andere Meinung.
    Mit vielen Grüßen
    Andrea

  21. Guten morgen,

    ein wirklich sehr interessanter Beitrag. Doch ich denke auch, dass (wie oben ja schon von jemanden erwähnt wurde) du „Paper Princess“ im Moment auch bewirbst. Denn es schauen jetzt natürlich viele auf deinen Blog und lesen den Artikel, weil PP momentan ja echt gehyped wird. Du zeigst sogar noch eine Textpassage, die dich aufregt. Die aber so auch junge Leser lesen können (WordPress hätte es zensiert und du zeigst es trotzdem? Das ist ja auch nicht gerade Verantwortungsbewusst, oder? )

    Dennoch kann ich verstehen, was du so denkst. Ich selbst habe in meiner Rezension zu Paper Prince geschrieben, dass ich es gefährlich finde körperliche Gewalt in Büchern zu verherrlichen. Und das ist auch noch definitiv ein Punkt, der mich tierisch aufgeregt hat!

    Letztendlich liegt aber ja nunmal die Erziehung von „Jungendlichen“ bei ihren Eltern und nicht bei den Verlagen, Bloggern oder sonst irgendwas. Wenn ich danach gehen würde, dann dürften Jugendliche ja auch keine Psychothriller oder Horrorromane lesen. Fiction ist Fiction und sollte es auch bleiben.

    1. ein wirklich sehr interessanter Beitrag. Doch ich denke auch, dass (wie oben ja schon von jemanden erwähnt wurde) du „Paper Princess“ im Moment auch bewirbst. Denn es schauen jetzt natürlich viele auf deinen Blog und lesen den Artikel, weil PP momentan ja echt gehyped wird.

      Es geht mir nicht darum, dass niemand das Buch liest, oder keiner Rezensionen dazu schreibt. Es geht mir darum, dass die Blogger/Leute das unreflektiert gut finden. Von mir aus können das Buch so viele lesen, wie sie wollen. Nur sollten sie die Zusammenhänge sehen und darüber nachdenken, was sie da gelesen haben.

      Du zeigst sogar noch eine Textpassage, die dich aufregt. Die aber so auch junge Leser lesen können (WordPress hätte es zensiert und du zeigst es trotzdem? Das ist ja auch nicht gerade Verantwortungsbewusst, oder? )

      Junge Leser können auch noch ganz anderes im Internet sehen. Mein Blog ist da nicht die Anlaufstelle. WordPress hat es zensiert, weil mein Blog nicht “Auf 18” gestellt ist. Ein Bild sollte in Ordnung sein, da es keine Grafik zeigt.

      Dennoch kann ich verstehen, was du so denkst. Ich selbst habe in meiner Rezension zu Paper Prince geschrieben, dass ich es gefährlich finde körperliche Gewalt in Büchern zu verherrlichen. Und das ist auch noch definitiv ein Punkt, der mich tierisch aufgeregt hat!

      Dann sind wir uns im Prinzip ja mal einig.

      Letztendlich liegt aber ja nunmal die Erziehung von „Jungendlichen“ bei ihren Eltern und nicht bei den Verlagen, Bloggern oder sonst irgendwas. Wenn ich danach gehen würde, dann dürften Jugendliche ja auch keine Psychothriller oder Horrorromane lesen.

      Die Eltern müssen auch erst mal wissen, worum es in dem Buch geht. Bei dem Cover und einem Titel wie “Paper Princess” oder “Das Reich der sieben Höfe” wird man nicht hellhörig, wenn man es nicht schon kennt. Und heimlich lesen gabs schon immer, hab ich früher auch 🙂

      Fiction ist Fiction und sollte es auch bleiben.

      Auch Fiktion hinterlässt Spuren in uns.

  22. Absolut wahre Worte! ich bin geschockt, und das soll ein JUGENDBUCH sein??????

    Ich kenne das Buch (noch) nicht, habe aber schon öfter von der Kritik über dieses Buch gehört. Vor allem aber auch, dass Blogger dieses Buch „einfach toll“ finden, ohne sich Gedanken darüber zu machen, dass Jugenbücher auch von Kindern ab 12 gelesen werden.

    Was ist das bitteschön für ein Bild, welches hier von Sexualität gegeben wird? mag sein, dass sowas wirklich vorkommt, und ja, es gibt solche Menschen die vielleicht so handeln und auf sowas stehen. Aber dann darf das kein JUGENDBUCH sein, sondern erst ab 18!

    Und gerade wir Buchblogger haben hier tatsächlich eine moralische Pflicht, darauf hinzuweisen. Auch wenn einem solche Literatur gefällt, sollte man immer im Hinterkopf behalten, wer sowas lesen darf und wer besser nicht. Denn nicht jeder hat die gleichen Vorlieben und Praktiken.

    1. Ich weiß nicht, ob es ein Jugendbuch ist. Ich habe es in der Erwachsenenabteilung der Bibliothek gefunden (was ja nichts heißt). Allerdings ist der Schreibstil und das Alter der Protagonistin wirklich wie ein Jugendbuch gehalten. Und ich habe auch auf Twitter ein paar relativ junge Blogger darüber schreiben sehen, dass sie Rezensionsexemplare bekommen haben.

      Von daher denke ich schon, dass der Verlag eher ein jüngeres Publikum ansprechen will.

          1. Oh, ich habe gerade nachgeguckt. Der Piper-Verlag lässt das unter „Erotische Geschichten“ laufen. Dann ist das da ja in Ordnung. Aber es ist nicht in Ordnung, dass es dann auf den Plattformen (z.B.: vorablesen.de, habe gerade noch mal nachgeschaut) als Jugendliteratur läuft! Das sollte man dort mal anmerken!

  23. Danke. Ehrlich. Mich regen die ganzen positiven Rezensionen auch unheimlich auf. Ich denke übrigens nicht, dass ein einfaches Deklarieren als „nicht geeignet für Leser unter XY Jahren“ reicht. Denn mal ehrlich: Hätte man sich selbst im Alter XY dran gehalten? Aus eigener Erfahrung würde ich da einfach mal „nö“ sagen. Ehrlich gesagt frage ich mich bei der Vielzahl positiver Rückmeldungen zu dem Buch auch, was eigentlich mit unserer Gesellschaft nicht stimmt. Sind die Probleme echt so tief verwurzelt, dass gefühlte 90% der Leser solche Geschichten gut finden?
    Liebe Grüße

  24. Zur Verantwortung: Ich denke, man hat vor allem die Verantwortung sich selbst treu und authentisch zu bleiben. Es ist unglaublich, wieviel Müll gerade in dieser Richtung kommt. Ich habe die letzten zwei Tage die Edelstein-Trilogie gesehen und bin nachhaltig in Schockstarre, dass sowas populär ist. Gute alte Steinzeit, wir kommen wieder…Das hier angesprochene Buch kenne ich nicht, aber hey: Wenn es verfilmt wird, tun wir uns zusammen und reißen es in Stücke! 😀

  25. Hallo Nomnivor, vielen Dank für deinen Artikel. Ich verstehe deine Kritik, dass Ella nicht als Vorbild dafür dient, andern Frauen ein gesundes Selbstbild und eine gesunde Beziehung zu der eigenen Sexualität zu entwickeln.
    Mein erster Gedanke war jedoch. Ist es die ganze Aufregung wert? Frauen geraten an die Falschen Männer und bleiben mit ihnen zusammen, obwohl es ihnen nicht gut tut. Dafür gibt es Gründe. Dass sie die Typen heiß finden ist aber mit Abstand der absurdeste Grund dafür. Merkt das denn keiner der Leser? Dann ist mir aufgefallen, dass der typische Leser wahrscheinlich deutlich jünger als ich ist und vielleicht auch noch dabei ist, sich selbst und die eigene Sexualität kennen zu lernen und nach Vorbildern für sich sucht.
    Also habe ich mir den Text nochmal genauer angesehen. Beim Lesen dachte ich mir: Mein Gott ist das trivial! Damit meine ich nicht das Thema, worüber die Autoren schrieben, sonder wie sie das Thema umsetzen. Hier wird jedes Gefühl und jeder Gedanke vorgekaut serviert, so dass er so leicht. konsumierbar ist wie ein Nutella Brot. Gutes Schreiben ist etwas Anderes. Das erklärt mir natürlich, warum andere Blogger die Geschichte romantisch finden. Wenn ich das in anderen Rezensionen lese, habe ich aber oft auch das Gefühl, der Blogger habe aus dem Pressetext abgeschrieben.
    Und das finde ich dann ärgerlich. Wenn die Autoren schreiben: „Und zwei Jahre sexuelle Belästigung und andere Beleidigungen von den Jungs überstehe ich locker.“ dann ist das natürlich eine Lüge. Erniedrigungen und Belästigungen halten wir aus, weil wir denken, dass wir keine andere Wahl haben. Entweder belügen uns hier die Autoren oder es belügt die Figur sich selbst. Die zweite Möglichkeit fände ich spannend, wenn ich mit der Figur eine echte Erfahrung machen könnte. Das geht in der ganzen Aufregung aber unter.
    Paper Princess ist ein marketing-technisch durchgestyltes Produkt und die Empörung ist dabei mit einkalkuliert. Hauptsache es wird über das Buch gesprochen. Somit trägt dein Artikel auch zum erfolg des Buches bei, auch wenn das gar nicht deine Absicht ist. Trotzdem finde ich es gut, dass du deutlich sagst, was für ein beschissenes Frauenbild hier vermittlet wird.

    1. Somit trägt dein Artikel auch zum erfolg des Buches bei, auch wenn das gar nicht deine Absicht ist. Trotzdem finde ich es gut, dass du deutlich sagst, was für ein beschissenes Frauenbild hier vermittlet wird.

      Mir ist schon bewusst, dass ich das Buch damit noch mehr in die Öffentlichkeit rücke. Trotzdem möchte ich das Thema nicht tot schweigen. Von mir aus können so viele Menschen das Buch lesen, wie sie wollen. Ich möchte nur darauf aufmerksam machen, dass man über den Inhalt von Büchern nachdenken muss.

      Nicht nur konsumieren, wird schon passen, was der Autor da serviert. Unterhaltungswert ist nicht alles (auch wenn mir das Argument „Ich lese eben nur, um mich unterhalten zu fühlen, nicht, um darüber auch noch nachzudenken“ jetzt schon öfters begegnet ist).

  26. Hallöchen!

    Ich bin gerade über Twitter auf deinen Beitrag gestoßen und du sprichst mir aus der Seele. Ich hab heute meine Rezension veröffentlicht (die du wohl auch gesehen hast😅 (Danke fürs teilen…)), die ich etwas länger vor mir hergeschoben habe. Doch dann fing ich an zu schreiben und während dem schreiben, wurde ich mehr und mehr wütend. Wobei ich immer noch versucht habe eine faire Bewertung abzugeben und auch die Leser zu verstehen, die dieses Buch „toll“ finden. Bis zu einem gewissen Punkt kann ich sie verstehen. Es ist fast so, als würde man als Leser eine rosarote Brille aufsetzen…
    Doch verlagert man die Handlung in die Realität, dann folgt der Schock. Was da passiert ist keineswegs richtig oder normal.
    Auch über das Alter der Zielgruppe kann man auf jeden Fall diskutieren. Am Ende erinnert mich die Situation an die jungen „Shades of Grey“- Leser die in der Bahn sitzen und gebannt auf die Seiten vor sich blicken…
    Es ist eben ein Erotikroman und kein Jugendbuch.

    Ich wünsche dir nun einen schönen Abend
    und schöne Lesestunden

    Bonny (von „Nur ein Buch“)

    1. Ganz ehrlich, für einen Erotikroman ist das doch auch recht langweilig, oder? Da passiert ja eigentlich (außer die von mir angesprochenen Szenen) On-Screen fast nichts.

  27. Wie wäre das eigentlich, wenn in einem Buch ein gutaussehender Kerl Hundebabies quält und zerstückelt? Nur so als Gegenfrage. Wo zieht man die Grenze? Seine Partnerin schlecht zu behandeln ist also okay, solange er heiß ist. Wie steht es bei Leuten anderer Hautfarbe? Angestellten? Fremden auf der Straße? Darf er Bäumen die Zweige abreißen? Tiere quälen? Kaugummipapier wegwerfen?

    Letztendlich zeigt das nur, dass einige Menschen attraktiven Leuten offenbar alles verzeihen. Was für oberflächliche Heuchler.

  28. Vielen Dank für den erfrischenden Post! Ich habe da auch schon einige Rezensionen zu gelesen, die beide Meinungen vertreten. Die, die das Buch richtig hochloben und solche, die es in Frage stellen. Und ich verstehe diesen Hype um das Buch nach wie vor nicht und werde es auch nach wie vor nich anfassen.

  29. Hallo liebe Bücherverschlingerin,
    über einen anderen Blog bin ich hier gelandet und möchte auch noch rasch meinen Senf dazu abgeben.
    Zuerst: Ein toller Post! Sehr treffend geschrieben – ich kenne das Buch zwar nicht, es ist auch nicht mein Genre, aber dennoch rege ich mich auch immer darüber auf, wenn so etwas als… normal und romantisch bezeichnet wird. Egal, ob jetzt nur dieses Buch oder auch andere Bücher.

    Ich bin in der Krimi- und Thriller-Sparte zuhause und werde dort tagtäglich mit Vergewaltigung, sexueller Belästigung und allem, ich meine, wirklich allem, was dazu gehört, konfrontiert.
    Im Gegensatz zur sogenannten ‚Young-Adult‘-Sparte wird hier aber sehr deutlich, dass das keinesfalls normal und romantisch ist. Ganz im Gegenteil.

    Mittlerweile bin ich dazu verleitet, jungen Menschen nicht mehr Bücher aus dem Jugend- und junge Erwachsenenbereich zu schenken, sondern direkt zu Krimis und Thriller zu greifen. Denn da herrscht noch ein bisschen Moral und Anstand. (Das ist etwas überzogen geschrieben – ich weiß, dass man nicht alles über einen Kamm scheren kann!)
    Das Buch ist zwar in der Erotik-Kategorie einsortiert (wie ich gerade gesehen habe), aber das es durch die Werbung und auch durch das junge Alter der Protagonistin nicht bei erwachsenen Lesern bleibt, ist ja klar. Und erwachsen sein ist auch relativ.

    Das dies das Werk von Young-Adult und New-Adult-Autorinnen sein soll…

    Überhaupt: Autorinnen? Liebe Frauen mit einer Stimme, die von (wie so schön vorgerechnet) abertausend Menschen gelesen wird, warum schleudert freudeschreiend ihr wieder so ein veraltetes Frauen-Männer-Bild auf den Markt? Und deklariert das ganze dann auch noch damit, dass die Frau es ja im Grunde genommen auch noch – entschuldigt das Wort – geil findet? Seit ihr wirklich so geldgeil, dass ihr in Kauf nehmt, dass Vergewaltgung der neue Romantik-Standard ist? Traurig. Das Frauen (auch hier gilt wieder – nicht alle über einen Kamm scheren) das bewusst provozieren, statt sich darüber zu freuen, dass daran gearbeitet wird, dass Frauen gleichwertig sind. (Übrigens gilt das natürlich auch anders rum – Gewalt an Männer ist ebenso gemein und unromantisch!!)

    Denn nichts anderes als Gewalt ist das doch – wenn auch mit Schleifchen und Herzchen verziehrt. Morbid.

    Was ich davon halte, dass Verlag so etwas auch noch bewerben… das würde den Rahmen sprengen.

    Liebe Grüße,
    Linda

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