E-Bücher, der Weg zur ewigen Verdammnis.

Neulich bei Twitter:

 

Ich sags ja schon lange: Buchblogger, die sich damit brüsten, nur Papierbücher zu lesen, sind mir zutiefst suspekt. Gerade wir sollten es besser wissen, als Leute zu verurteilen, weil sie ein Buch lesen. Jedes mal, wenn ich irgendwo “i pledge to read the printed word” lese, ruft das bei mir höchstens eine Reaktion hervor:

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Wie engstirnig kann man sein? Und wie stolz auf seine Borniertheit? Newsflash: Ihr seid nichts besseres, weil ihr nur Papier lest. (Worauf bloggt ihr eigentlich? Werft ihr euren Abonnenten Pergamentflugzeuge durchs Fenster?) Ihr seid keine magische Elite. Ihr seid Leser. Genau wie jeder andere, der das geschriebene Wort liebt.

Es ist uns allen wichtig, dass Leute Bücher lesen. Wieso erkennt also ein großer Teil von uns E-Buchwürmern den Status des Buchliebhabers ab? Es kommt auf den Inhalt an. Und dieser ist immer der selbe.

Ob er jetzt in einem Papierbuch, auf einem eReader, oder von einer Steinplatte gelesen wird.

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23 Kommentare

  1. Ich gebe zu, ich mag auch keine eReader! Aber wieso muss ich deswegen gleich engstirnig oder borniert sein? Ich mag sie einfach nur nicht! Und ich habe auch eine – für mich – ausreichende Zahl an Gründen dafür. Aber sonst soll das doch jeder halten, wie er will.

    1. Eben, du magst sie nicht. Deshalb sind sie noch lange kein Schrott, sondern andere können durchaus Spaß damit haben. Die persönliche Präferenz ist im großen und ganzen völlig egal.

      Ich mag keine Crocs, trotzdem habe ich in meiner Seitenbar nicht stehen, dass ich schwöre, nur Pantoffeln zu tragen.

      Selbst wenn man Papierbücher bevorzugt – es ist unwichtig. Und man sollte eben nicht auf die andere Fraktion herab sehen, als seien die vollkommen bescheuert. Und das tun leider viele Buchblogger indem sie gegen EBücher stänkern.

      1. Huhu,
        stimmt, ich habe nichts gegen Leser, die Ebooks lesen. Ich finde, man sollte jedem selber überlassen, was er liest – Ebooks oder Prints. Was ich halt ein wenig schade finde ist, das wir Printleser oft auch belächelt werden, wenn wir sagen, wir lesen keine Ebooks, weil es z. B. nicht unser Geschmack ist. Gut, Du vielleicht nicht, du scheinst es zu aktzeptieren. Aber es gibt viele andere, die nur ungläubisch über uns Printleser den Kopf schütteln und dann über uns abstänkern. Wie du schon sagst: Du magst keine Crocs, aber akzeptierst sie. Oder wie es hier schon so schön heißt, die Kaffetrinker werden von den Teetrinkern auch nicht abgestänkert.
        Aber ich finde es gut, das Du das mal angesprochen hast und finde es toll, wenn man da sachlich drüber diskutieren kann.
        Und das geschieht hier ja, finde ich gut.
        In diesem Sinne
        schöne Ostergrüße
        Anja

    2. Guten morgen, Maggie,
      genauso sehe ich es auch. Ich bin bestimmt nicht engstirnig oder borniert, nur weil ich keinen Ebook Reader mag. Ich akzeptiere jeden, der diese Reader mag und mit ihnen lesen möchte. Ich mag es nicht.
      Ganz liebe Grüße
      Anja vom kleinen Bücherzimmer

  2. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie absolut großartig ich es fände, wenn ein Buchblogger sich eines Tages gegen die Digitalisierung entscheiden würde und dann täglich seine Buchbesprechungen auf Flugblättern in der Fußgängerzone verteilt.

  3. „Werft ihr euren Abonnenten Pergamentflugzeuge durchs Fenster?“ – Das finde ich mal einen grandiosen Vorschlag 😀 Ich weiß auch nicht, aber mit dem eBooks vs. Print hat die Buchwelt auch so einen sehr einzigartigen Tick, den ich aus keinem anderen Bereich sonst kenne. (Nicht einmal aus der Uni und ich studiere ein Hauptfach, in dem man schon aus Tradition sehr am Print hängt :D) Zumal es ja selten tatsächlich einen inhaltlichen Unterschied z.B. in der Qualität hat. (z.B. Comics sind je nach Zeichenstil ja gedruckt tatsächlich „besser“/schöner, weil z.B. die Farben besser rauskommen o.ä.) Als ob das irgendetwas am Inhalt ändern würde und nicht nur persönliche Lesepräferenz wäre… Wenn ich sage, dass ich beim Lesen am liebsten Kaffee trinke, dann ticken ja die Teetrinker auch nicht aus.

    1. Gutes Beispiel mit dem Teetrinker.

      Ich verstehe auch nicht, warum sich die Leute so gegen die Digitalisierung wehren. Es ist, als befürchteten sie, sobald man ein Kindle berührt, kann man kein Print mehr lesen. Dabei ist das keine Entweder/Oder-Entscheidung, beides geht nebeneinander sehr gut.

  4. Ich lese schon sooo lange digital. Schon auf einem Palm angefangen. Ich liebe es – aber ich nehme auch gerne mal wieder ein Print in die Hand um es dann als Ebook zu kaufen 😉 Ich habe genügend Prints um meine Regale hübsch zu machen…jetzt kann man es wie Martina Hill machen –

    Hihihihi

    Nein – ich verstehe, diese Borniertheit auch nicht. Ich bin froh, dass es noch Prints gibt – für einen EMP kann man dann wenigstens ausweichen – ansonsten bevorzuge ich die digitale Version…Aber ich werde bestimmt keinen auf dem Scheiterhaufen verbrennen, weil er/sie nicht mit der Zeit geht….Jedem das Seine…

    LG

      1. Echt. Vielleicht. Ich hab Frauentausch nie gesehen. Aber Knallerfrauen sehe ich gerne. Die Frau hat so lange Beine – sieht manchmal total schräg aus. Ach und die Sketche sind manchmal auch gut…:-):-)

  5. Guten Morgen,
    das Zitat ist so genial, das werde ich mir mal leihen 🙂
    Klasse Beitrag, sehr ehrlich und nicht jeder wird ihn verkraften. Tztztz…Was solls….Also ich lese Print, Tolino und die App auf dem Tablet und wenn ich sonst nix hab auch die Inhaltsangaben auf dem Nutellaglas.
    Alles hat seine Vorteile – Nachteile sehen ich beim Lesen nirgends.
    In dem Sinne – auf die Buchstaben – geschrieben sind sie eh alle.
    Das mit dem Papierflieger ist der Spruch schlechthin.
    Ich glaub Du hast mich gerade auf eine Idee gebracht;-)
    Liebe Grüße und eine tolle Woche
    Kerstin

  6. Knapp und gut gesagt!

    Mir selber ist so Banane, auf welchem Medium andere Leute lesen, ob sie überhaupt lesen und wie oft sie es tun.

    Ich lese viel Kindle (bin umgestiegen aus Platzgründen, jetzt mag ich auch das geringe Gewicht), aber hab auch Papier-Bücher. Sachbücher bspw. kaufe ich nur in Papierform, denn hier möchte ich auch mal Sachen markieren, Lesezeichen einsetzen und generell ist in einem Buch schneller mal was nachgeschlagen wie in einem eBook etwas aufgerufen.

    Also: eBook für Geschichten, die man linear liest. Papierbuch für Sachen, die man nachschlägt und nicht linear liest. Und für Geschichten, die von der Beschaffenheit / dem Design der Bücher leben (Bsp: Walter Moers).

    Liebe Grüße
    Daniela

  7. Okay, das schreit nach dem Kommentar eines E-Book-Labels, dass irgendwann gedruckt hat, weil alle so nach Papier geschrien haben.

    Ein schöner Artikel, macht Spaß zu lesen und ohne digital hätten wir den verpasst.

    Am Anfang dachten wir selbst – ja, cooles Ding – wir veröffentlichen digital, aber lesen selber trotzdem weiter ganz viel Papier. Und dann kam der Tag, an dem eine von uns mit dem Handy (!!!) irgendwo rumstand und das Buch weiterlas, dass sie abends auf dem e-Reader begonnen hatte. Und wie cool war das denn! E-Book lesen ist aus vielen Gründen sehr genial.

    6,5 Millionen Bäume für Harry Potter Bücher gefällt … da kann man doch mal nachdenken, oder?

    @Daniela: Man kann in einem E-Buch besser nachschlagen, markieren und finden, als in jedem Printbuch.

    All the best
    Die Redbugx

    P.S. Wir haben das auch alles noch mal auf einen Papierflieger geschrieben, falls … jemand …

  8. Huhu!

    Ahso, ich habe es bisher immer so interpretiert, dass es bei „i pledge to read the printed word“ darum geht, das Printbuch auch im Zeitalter des eBooks nicht aussterben zu lassen, nicht darum, NUR Printbücher zu lesen! Ist das echt das, was die Leute mit dieser Aussage bezwecken? Dann könnte ich das auch nicht unterschreiben, denn für mich sind ebooks genauso „echte“ Bücher! Genauso wie Hörbücher, übrigens – da streite ich mich öfter mit meinem Mann, denn der findet, bei LESEnächten sollte man keine Hörbücher HÖREN.

    Dabei wäre das doch total unfair gegenüber Blinden und Sehbehinderten, die ja meist eher Hörbücher hören statt Braillebücher zu lesen. (Jedenfalls machen das die blinden Spieler in dem textbasierten Online-Spiel, das ich spiele, so.) Wären die dann keine Leser?

    Ich mische gerne: Bücher mit hübscher Aufmachung ab und an als Printbuch, andere Bücher als eBooks… Aber ich würde jemandem, der nur eBooks liest, auf keinen Fall den Status als Leser aberkennen!

    Vielleicht sollte man Grafik für eine neue Pledge machen: I pledge to enjoy the written word, oder so.

    Ich habe deinen Beitrag HIER für meine Kreuzfaht durchs Meer der Buchblogs verlinkt!

    LG,
    Mikka
    mikka@keladry.com

    1. Danke fürs verlinken!

      Ja, leider verstehen das viele Leute falsch, und hacken auf Ebooks rum, weil sie diese schlecht finden. Das ist so lächerlich wie es klingt und es nervt einfach nur.

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