Lost Land. Die erste Nacht von Jonathan Maberry (Rot & Ruin #1)

Lost Land. Die erste Nacht (Rot & Ruin, #1)


Worum es geht:

Benny Imura ist 15 Jahre alt, und muss deshalb einen Job finden, damit ihm nicht die Essensrationen gekürzt werden. Also steigt er ins Familiengeschäft ein: Sein Bruder Tom soll ihm alles darüber beibringen, wie man Zombies tötet.


Zitat:

Nach einem einwöchigen Gewissenskampf, während dem Chong ihn schier endlos belehrte, er solle sich von vorgefassten Denkbildern lösen und zulassen, dass er Teil des cokreativen Schaffensprozesses des Universums werde (oder so ähnlich), ging Benny zu seinem Bruder und bat ihn, ihn als Lehrling anzunehmen.


Meine Meinung:

Das Buch war okay. Es hat mich oft an The Walking Dead erinnert, an anderen Stellen an Fido.

Fido - Gute Tote sind schwer zu finden

  •  Fido ist der Servicezombie von
  •  Timmy in einem Film in Stile der 50er Jahre.
  •  Fido ist sehr gut.
  •  Wer Fido nicht kennt: Anschauen.
     Die Rezension wartet so lange hier.

Die Charaktere sind den Umständen entsprechend abgehärtet. Die Imuras, die mit Katana und Holzschwert auf Zombiejagd gehen, sind dabei wohl das beste Beispiel. Und Tom ist der gigantischste Badass überhaupt.

Ein großer Plotpoint ist, dass Zombies mal Menschen waren, eine Familie haben, und man sie Respektvoll behandeln soll. Deshalb werden sie nur getötet, wenn ein lebendes Familienmitglied den Auftrag gibt. Bis dahin werden sie irgendwo hin gefesselt, der Unterkiefer an den Kopf gebunden damit sie niemanden beißen, und dann sitzen sie da und verfaulen, bis ein Familienmitglied sie zum Abschuss freigibt.

Äh?

Also ich weiß ja nicht, aber ich fände es respektvoll, wenn man sie einfach tötet. Was ist denn bitteschön respektvoll daran, wenn man an einen Baum (oder wenn man Glück hat, in seiner Wohnung) festgebunden wird mit nem Bändel um den Kopf wie bei Zahnweh, damit man niemanden aus Versehen beißen kann?

Die Bösewichte waren auch sehr dämlich. Sie wollen nicht, dass man rausfindet, dass sie Menschen töten. Also foltern und töten sie in einer Nacht mehrere Menschen, lassen, zwei Zeugen am leben, und entführen ein Mädchen. So bleibt man unauffällig, was? Außerdem setzen sie in dem Garten von zwei Zombiekopfgeldjägern einen Zombie aus, der die beiden töten soll.

Also ich weiß ja, dass das Buch irgendeinen Aufhänger gebraucht hat, aber ich habe die Motive so überhaupt nicht verstanden.

Vom Outdoorteil hätte ich auch gerne mehr mitbekommen. Leider wurde alles damit beiseite gewischt, dass jedes Kind zu den Pfadfindern muss, und damit automatisch weiß, wie man sich in der Natur durchschlägt. Wenn man schon erwähnt, dass sie minutenlang brauchen, um eine Wiese zu überqueren, weil sie auf den Wind warten und weil sich das Gras zur Seite neigt, dann will ich auch wissen, warum. Ein Nebensatz reicht. Ehrlich. Ich war nämlich leider nicht bei den Pfadfindern.

Die Lovestory war mir zu plötzlich und zu fehl am Platz. Sie war einfach nicht in das Buch eingeflochten sondern stand sauer raus.

Und da es keinen Strom mehr gibt, haben die Leute quasi nur das nötigste, dass sie selbst herstellen oder finden können. Aber Nagellack und Tabak, sowas hammse. Die Prioritäten dieser Menschen scheinen leicht verschoben zu sein.

Ich will nicht sagen, dass diese Welt nicht sonderlich gut durchdacht ist, aber diese Welt ist nicht sonderlich gut durchdacht.

Der Schreibstil war auch seeehr einfach. Also nicht Jugendbuchhaft-einfach, sondern einfach-einfach. Das Buch strotzt vor Wiederholungen, und manche Sätze waren so seltsam konstruiert, dass ich sie mehrmals lesen musste.

Das Buch war sehr spannend, und das ist die Rettung. Ansonsten wären die Plotlöcher der Genickbruch gewesen. Naja, und dass die Bösewichte Idioten sind. Wenn man darüber hinweg sehen kann, hat man aber sicherlich Spaß mit dem Buch. Und mit Tom. Besonders mit Tom.


Für Fans von:
  • Fido
  • The Walking Dead
  • Grimm von Christoph Marzi
  • Unsterblich – Tor der Dämmerung von Julie Kagawa
  • Ich soll nicht töten von Barry Lyga

  • Der Nächste Band heißt Lost Land – Der Aufbruch und ist der nächste von insgesamt 7 Bänden
  • Verlag: Thiemann.
  • Cybils Award for Young Adult Fantasy & Science Fiction (2010)
  • Missouri Gateway Readers Award (2013)
  • 528 Seiten.
  • 16,95€ für die Gebundene Ausgabe.
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3 Kommentare

  1. Hm…klingt eher durchwachsen. 7 Bände hat es geschafft?..Wow…Also ich will auch lieber gleich Tod als „respektvoll“ an einem Baum gekettet sein…und dann auch noch die Klappe halten…

    1. Gell? Also wie man so einen Käse schreiben und auch noch meinen kann weiß ich echt nicht.

      Im Nachhinein denke ich, dem Buch hätte es gut getan, wenn es aus Sicht verschiedener Charaktere gewesen wäre, und nicht nur Bennys. So muss man immer drauf warten, dass ihm mal was beim Kaffee (nein, ich denke mir das nicht aus) erzählt wird. Dann hätte man auch ein paar andere Sichtweisen einbauen können, die anders über Respekt vor den Toten denken.

      So fehlt mir halt eine vernünftige Stimme und dieses respektvolle verrotten wird als das einzige dargestellt.

      Wie gesagt, wenn man sich an dem einfach Stil und ein paar Logiklöchern nicht stört, dann denke ich, kann man mit dem Buch Freude haben. Aber zu viel drüber nachdenken sollte man echt nicht. Weil es ansonsten keinerlei Sinn ergibt.

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