Homes & Ich von Brittany Cavallaro.

 

Die Morde von Sherringford (Holmes und ich, #1)

Worum es geht:

Die Nachfahren von Sherlock Holmes und John Watson treffen sich im letzten Zweig wieder: Jamie und Charlotte haben in dem schmierigen Dobson den selben Typen zum Feind. Dieser ist plötzlich tot. Umgebracht nach dem Vorbild der berühmten Kriminalgeschichte “Das gestreifte Band”. Alles deutet auf Charlotte und Jamie, die sich sofort in Charlottes Labor begeben, um den wahren Mörder zu finden.


Zitat:

Ich musste Regel Nummer 9 anwenden (Manchmal hat man keine andere Wahl, als Holmes sich selbst zu überlassen, auch wenn man nach seiner Rückkehr feststellt, dass er sich selbst in Brand gesteckt hat), als mich das echte Leben wieder einholte.


Meine Meinung:

Ich LIEBE Sherlock Holmes seit meiner Kindheit. Als Teenager konnte man mich abwechselnd dabei finden, wie ich in meinem Sherlock Holmes-Sammelband las, oder ein Hörbuch von Holmes’ und Watsons Abenteuern hörte.

Gleichzeitig halte ich mich von Nachahmungstätern fern. Sie erreichen meist einfach nicht den Standard, den Doyle geschaffen hat. Und wenn ich Holmes & Ich nicht geschenkt bekommen, wäre es dem selben Schicksal zum Opfer gefallen.

Am Ende hats mir aber doch ganz gut gefallen. Auch, wenn es an den Standard von Doyle nicht heran reicht (war klar, ne?)


Das Buch war leicht zu lesen, und die Seiten flogen nur so vor sich hin. Der Schreibstil war flüssig und unnötige Szenen gab es nur selten. Ich konnte der Handlung gut folgen. Die Fälle, auf die der Mörder anspielt, wurden erklärt, so, dass ich nicht jedes mal nachlesen musste, worum es eigentlich ging, weil es schon ewig her ist. Ansonsten waren ein paar Schmankerl für Fans eingebaut, die nicht erläutert wurden, sondern einfach nur ein Bonus an den waren, der sie erkennt. Und wer MICH kennt, weiß, dass ich eine Schwäche für so etwas habe. Baut ein Autor etwas ein, das man erst beim zweiten lesen richtig versteht, oder ein Querverweis zu einem anderen Buch, bin ich hin und weg.


Die Charaktere haben mir nur bedingt gefallen. Charlotte isst und schläft nur alle paar Tage, und wenn, dann nur 3 Fritten und wenige Minuten, raucht und ist seit Jahren drogensüchtig. Trotzdem hat sie “eine Haut so rein, als hätte sie sich gerade frisch gewaschen”, eine perfekte Figur, perfekte Haare, und war überhaupt perfekt aussehend.

Sie hat den selben Charakter wie Sherlock. Warum das nicht funktioniert? Eine 16-jährige hat das selbe Wesen wie ein mittelalter Mann. Das ist so gruselig, wie es klingt.

Jamie will Medizin studieren und dann Schriftsteller werden. Kommt einem bekannt vor, ne? Generation Xerox, indeed. Ich hätte mir etwas mehr Eigenständigkeit gewünscht. Ein liebevoller Hinweis ist okay, den selben Charakter zu verwenden, langweilig.

Und langsam komme ich mir vor, wie eine kaputte Schallplatte, aber: Muss denn in jedem verdammten Jugendbuch eine Vergewaltigung sein? Es nervt. Und ich finde immer noch, das sollte man vor dem Kauf irgendwo sehen können.  Vor allem interessiert es, genau wie Charlottes Zigaretten und Drogen, keine Sau. Die Autorin hat nur ein Motiv gebraucht, warum Charlotte Dobson getötet haben könnte. Und warum es gar nicht so schlimm ist, dass Dobson tot ist. Weil das nämlich auch niemanden irgendwie gestört hat. Außer die Polizei. Aus Pflichtgefühl, halt.

Dass Holmes und Watson sich ineinander verlieben fand ich unnötig wie ein Kropf. Als Freundschaft wäre es viel besser gewesen.


Das Rätsel war dann auch nur so lala. Es werden dem Leser mutwillig Informationen enthalten, damit man bis zum Ende nicht selber alles zusammen setzen kann. Was, wie man weiß, wenn man schon mal einen echten Sherlock Holmes gelesen hat, genau der falsche Weg ist. Der Leser sollte IMMER genau so viel, wenn nicht sogar mehr, als die Protagonisten wissen. Wie soll man denn sonst mit raten? Zumindest, ohne sich am Ende leicht verarscht vorzukommen.


Der Humor hat mir gut gefallen.  Vor allem die Holmes-Gebrauchsanweisung, die Watson im Laufe des Buches von seinem Vater bekommt. Die hätte ich gerne am Ende vollständig abgedruckt noch mal gelesen. Aber vielleicht wären 12 Seiten dafür ja zu viel gewesen 🙂

Die Idee, dass es die Nachfahren von Holmes und Watson sind, anstatt einfach Sherlock und John in der Neuzeit, war auch mal was neues.

Die Deduktionen waren spaßig, genau wie Jamies Gedankengänge.


An sich war es ein nettes Buch, wirklich. Aber oft viel zu flach bei ernsten Themen, und die Charaktere waren weder originell, noch liebenswert, oder interessant. Für jugendliche Holmes und Watson wars aber okay, und es ist sicherlich eines der besseren Jugendbücher in letzter Zeit.

Man kann es lesen, und man kann Spaß damit haben, aber es muss nicht sein. Man verpasst nichts.


Für Fans von:
  • Ich soll nicht töten – Barry Lyga.
  • Croak – Gina Damico.
  • Snake Root – Stephen Cole.

  • Ich finde immer noch, es sollte mal eine Version geben, in der Watson heimlich Moriarty ist, damit er immer was zum schreiben hat. Als Serie, bitte.
  • Der Originaltitel ist A Study In Charlotte.
  • Der nächste Band heißt The Last Of August.
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft.
  • Preis: 14,99€ fürs Ebook und 16,99€ für die gebundene Ausgabe.
  • 368 Seiten.
  • ISBN: 3423761369
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2 Kommentare

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