Ich finde schon wieder ein Buch einer gefeierten Autorin voll doof.

Und zwar Sarah J. Maas’ A Court of Thornes and Roses. Ich weiß nicht, ob es inzwischen modern ist, oder einfach desenibilisert, denn ab der Hälfte des Buches (und viel weiter bin ich nicht gekommen) geht es eigentlich nur noch um Vergewaltigung.

Eine Neuerzählung von Die Schöne und das Biest, mit rapey biest-Biest und seinen Vergewaltiger-Freunden.

 

Aber: Das ist gar nicht so schlimm. Weil der Loveinterest nämlich königlich ist. Und damit ist es eine Ehre, von ihm ausgewählt zu werden. Außerdem wollen die Frauen es. Und er ist nicht ganz bei sich, weil dabei ein Zauber auf ihm wirkt, der seine animalische Seite verstärkt.

Ganz abgesehen davon ist Feyre sowieso selber schuld. Sie hat nämlich nicht auf die Männer im Buch gehört, und ist aus ihrem Schlafzimmer gegangen. Von daher ist alles, was ihr passiert ist, zum lachen. Also zumindest für die Männer.

Aber es kitzelte dann doch so schön zwischen Feyres Beinen. Von daher.

Und das, liebe Leser, ist echt scheiße. Ich brech das Buch jetzt jedenfalls ab, weil irgendwie vom Plot nichts übrig geblieben ist und der Rest dann auch noch beschissen wurde.

Sehr schade. Es hat nämlich sehr viel versprechend angefangen. Aber jetzt will ich eigentlich nur mein Geld zurück.

Edit 16.11.2016 : Da ich gerade bei Lovelybooks noch mal ausführlich beschrieben habe, was in dem Buch passiert, dass mich so nervt, und warum ich den zweiten Teil garantiert nicht lesen werde, gibts das hier auch noch mal:

Da ist ein Fest. Auf dem Männer die freie Wahl haben, mit welcher Frau sie Sex haben wollen. Ob die Frau nicht will ist egal, wie die Szene beweist, dass Feyre fast von einer Gruppe vergewaltigt, und nur dadurch gerettet wird, dass ein höherer Mann sie beansprucht. Es wird bei einigen Männern sogar eine Ehre genannt, ausgewählt zu werden.

Und das Buch gibt nicht im geringsten wieder, dass das eine abscheuliche Tat und kein bisschen normal ist. Wäre die Protagonistin nur ein wenig angewidert gewesen. Wenn die Autorin nur ein kleines bisschen angedeutet hätte, dass das nicht in Ordnung ist. Dann hätte ich weiter gelesen.

So hatte das Buch diese Nacht aber als nichts anderes als fast schon romantisch (immerhin wollte der Loveinterest eingetlich sie! Er hat nur eine andere genommen, weil sie nicht da war! Man reiche mir bitte den Eimer.) beschrieben und das ist, gerade für ein Jugendbuch, eine denkbar schlechte Botschaft.

Und wenn man, weil es ein Jugendbuch ist, nicht auf das Thema eingehen will oder kann, dann sollte man es eben draußen lassen und gar nicht erst darüber schreiben.

In dem Buch hat ja schon am nächsten Tag keiner mehr daran gedacht.

Und ja, Feenmoral ist bekanntlich anders als unsere. Aber dann sollte man das auch deutlich als menschlich verwerflich kennzeichnen, und nicht einfach ein bisschen Glitzer drüber streuen, der Leser wird die Scheiße schon fressen, wenn die Autorin nur darauf besteht, dass es romantisch ist.

So funktioniert das einfach nicht. Und das kann auch kein zweiter Band der Welt wettmachen.

Im Gegenteil, ich werde kein Buch von Sarah J. Maas mehr lesen, und schon gar nicht kaufen.

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22 Kommentare

    1. Naja, vielleicht gefällts dir ja. Wie gesagt, die Autorin spielt es schon so herunter, dass alle Beteiligten das ganz tollo finden. Von daher kann man das sicherlich auch anders lesen.

  1. Oh…Danke für die Warnung…ich hätte es bestimmt auch gekauft, da mit der erste Throne of Glass so gut gefiel…da greift man einfach bei zu…Ist das jetzt die Masche, dass wir uns mit der Rolle der unterdrückten Frau wieder abfinden sollen???

    1. Scheint so. Am Anfang wars wirklich spannend, aber als sobald Feyre ins Feenreich einzieht, findet sie sich mit ihrem Status als Gefangene ab und sitzt nur noch passiv da. Was a) wirklich langweilig zu lesen war, und b) nicht zu der „starken Frau“ passt, die die Autorin da beschreiben will. Um 40% fangen dann diese unkomfortablen Szenen an. Und so ab der Hälfte des Buches gibts ein vergnügliches Vergewaltigungsfest, bei dem ich dann wirklich aufgehört habe, zu lesen.

      Ich war wirklich schockiert. Bisher habe ich nur gehört, wie toll Maas‘ Bücher sind. Aber das war wohl wirklich nur auf Throne of Glas bezogen. Hmpf.

      1. Ein erschreckender Trend….in welche Richtung soll uns dass den drängen….neeeneee…dafür haben unsere Grossmütter nicht gekämpft…ich hoffe, das das nicht weiter so geht…

        1. Das Problem ist, dass das so weiter geht. Weil es gekauft wird. Nur, wenn es sich nicht mehr verkaufen würde, wäre der Trend vorbei. Und das wird nicht passieren.

          1. Ja…das ist leider das Problem….Bis dies alle erreicht hat, ist das Kind schon in den Brunnen gefallen….Millionen verkauft und die jungen Mädels finden es vielleicht noch toll, weil exotisch????Welch eine Massen-Gehirnwäsche….pah…

  2. Ach, du Schande! Nicht, dass ich vorgehabt hätte, das Buch zu lesen, aber nach dem, was du da beschreibst, kann ich deinen Abscheu gut verstehen. Ich bin da auch eher kritisch und frage mich ernsthaft, was diese Autorin für ein Frauenbild oder auch Bild von sich selbst hat.

    1. Gell? Da kommt man sich mal wieder vor, als hätte man eine Zeitreise gemacht, und wäre irgendwo tausend Jahre vor dem Feminismus gelandet.

      Ich verstehs nicht, wie man so etwas schreiben kann, und ich versteh auch nicht, warum das so viele Leserinnen gut und romantisch finden. Das wundert mich schon seit 50 Shades und zieht sich seither durch so ziemlich alle Buchgenres.

      Neulich hat eine Autorin bei Twitter gefragt, ob es irgendeine High Fantasy ohne Vergewaltigung oder Prostitution gibt… und niemandem ist etwas eingefallen. Gar niemandem. Das ist so selten, oder nicht existent, dass es echt lächerlich ist.

      Aber wo es dort wenigstens nicht herab gewürdigt wird, ist es in den Jugend- und Romantikbüchern immer so, dass es eigentlich nicht so schlimm ist. Und das ist echt eine bedenkliche Message.

      1. Nur muss man mal zur Verteidigung von 50 Shades of Grey sagen, dass dort keiner Vergewaltigt wird, die Charaktere tuen da alles freiwillig, mal unabhängig ob man die Bücher nun gut oder schlecht findet.

        Ich werde nach Deinen Worten, dieses Buch definitiv nicht lesen, genauso wenig wie Zorn und Morgenröte. Da soll es ja ähnlich sein, dass die Protagonistin vergewaltigt wird und sich aber dann ja „verliebt“. Da muss ich schon kotzen, wenn ich nur dran denke. Wie kann man sowas Jugendlichen zum lesen anbieten. Was soll denn da für eine Message rüberkommen.

  3. Wer genau feiert sowas? 😉

    Und, oh mein Gott, wie gruselig schlecht die Typografie des Buchtitels ist. Habe mindestens eine Minute gebraucht, um den Titel lesen zu können …

    1. ALLE. Also jeder. Leute, die Fantasy gerne lesen.

      Ja, aber man soll ja Bücher nicht nach dem Cover beurteilen. Eigentlich. Hier ist das voll angebracht.So einen Dreck sollte echt keiner lesen.

      1. Mir fällt auch auf, dass es in Fantasy-Romanen (zumindest denen, die du besprichst 😉) erstaunlich oft ums Schnakseln, forcierten Sex und Vergewaltigung geht … Bei den meisten Fantasy-Machwerken ist es wohl wirklich so, dass Sexphantasien der Autoren und Autorinnen verarbeitet werden … *Twilighthust*

        1. Das ist halt so. In Fantasy (vor allem High Fantasy) gibt es eigentlich keine Bücher ohne Sex.

          Es kommt auf den Autoren an, wie damit umgegangen wird. Und ich finde, Maas hat da einen sehr schlechten Job hingelegt.

          1. Das gilt anscheinend auch für Serien aus dem Genre, mir war das gar nicht so bewußt, aber mein Mann guckt wenn er mal länger frei hat ausgiebig und gern Fantasy über Amazon oder Netflix und war Anfangs auch irritiert wegen der teilweise ausgiebigen Sexszenen, das waren dann Serien nach Romanen oder generell Serien die eigentlich ein weibliches Publikum ansprechen sollten. Er meint dann immer, ach das ist wieder so eine Mädchenserie, die machen da ja ständig rum, für ihn brauchts das für die Geschichte auch nicht. Ich fand aber mal die männliche Sicht darauf interessant. 😀

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