Bücher nach dem lesen zurück geben?

Diese Leute gab es schon immer. Sie lasen ein Buch, und dann brachten sie es in den Laden zurück. Oder sie schickten es wieder zu den Amazonen.

Jedenfalls ist das mit E-Books einfacher als vorher. Leute lesen ein Buch, und dann können sie einfach mit Druck des Zeigefingers ihr Geld wieder einstreichen.

Vor kurzem hat eine Autorin eine Email bekommen, die heiß im Internet diskutiert wurde:

Eine Leserin schrieb ihr, dass die Preise ihrer Bücher (rangierend von 99ct zu 2,99$) zu teuer für diese sei, und dass sie die Bücher nach dem lesen immer zurück geben müsste. Ob die Autorin nicht in Zukunft ihre Bücher einfach umsonst anbieten könnte? Das wäre viel einfacher.

Um dieser Anspruchshaltung entgegen zu wirken hat eine Bloggerin eine Petition aufgesetzt, dass Amazon keine gelesenen Bücher mehr zurück nehmen darf. Da Amazon Kindles feststellen können, wie weit man schon gelesen hat, könnten diese eine Sperre einbauen, die ab einem bestimmten Prozentsatz die Rückgabe verhindert.

Kindle E-Books sollten nach 15% nicht mehr zurück gegeben werden können.

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24 Kommentare

  1. Von der Leserin, die das erwartet, ist das einfach nur RESPEKTLOS. Jeder Autor (ganz egal, wie gut oder schlecht das Buch ist) steckt Arbeit in sein Buch. Die Anspruchshaltung, es umsonst haben zu wollen, ist ganz einfach unglaublich.
    Da kann man nur hoffen, dass die Autoren sich nicht unter Wert verkaufen.
    Vielleicht kommt es auch durcvh bookrix? durch Zufall bin ich auf die Seite gestoßen, und habe festgestellt, dass es viele Bücher dort für o,oo Euro zu kaufen gibt.!

    1. Es gibt auch bei Amazon viele kostenlose Bücher. Nur meist sind diese nur für kurze Zeit kostenlos, als Antesten oder Werbung für den Autoren gedacht, oder als Geschenk an die Leser die der Autor schon hat.

      An sich ist das kein Problem. Nur darauf zu bestehen, die Bücher kostenlos zu bekommen (und wenn nicht kostenlos, dann eben gelesen zurück gegeben) ist unter aller Sau.

      1. Ja, das denke ich auch. Wenn jemand Bücher umsonst haben möchte, kann derjenige in die öffentliche Bücherei . Kann man sich nicht sogar bei amazon Bücher ausleihen?
        Oder Büchertausch, bookcrossing,…es gibt schon Möglichkeiten, an Bücher „umsonst“ ranzukommen, wenn man wenig Geld hat.
        Doch daraus eine Anspruchshaltung zu entwickeln, ist schlimm.
        Als Autoren sind wir Künstler. Ganz egal ob ich ein Theaterstück entwickle, ein Drehbuch zu einem Film entwickle, ein Buch schreibe oder ein Gemälde male: alle Personen, die so etwas tun sind Künstler. Und was sie kreieren, hat einen Wert.

        1. Sich bei Amazon Bücher auszuleihen kostet 10€ im Monat. Das ist also für die meisten Gelegenheitsleser sehr viel Geld.Ansonsten hast du natürlich recht. Wenn man sich ein Buch nicht leisten kann hat man genug Möglichkeiten, es billiger zu bekommen.

  2. Da sind wir also wieder bei „Geiz ist geil!“ dem Leitspruch der heutigen Zeit. Bloß nichts für eine kreative Leistung ausgeben. Bücher, an denen man als Autor jahrelang arbeitet kann man ja einfach mal so rausschleudern. Musiker brauchen kein Geld: Die sind eh alle reich. Also schön die Mucke illegal runterladen. Filme sowieso, denn in Hollywood ist wirklich jeder Millionär. Selbst der Statist, der in dem einen Film für eine Sekunde durchs Bild laufen darf.
    Mich würde ja mal interessieren, was diese Leserin für einen Job hat. Ich wette nämlich, es wäre auch einfacher für den ein oder anderen wenn sie dafür nicht bezahlt wird.

    Diese Petition ist jedenfalls interessant und ich unterstütze das vollkommen. Ich will ja auch irgendwann mal mit Büchern Geld verdienen (falls ich es in diesem Leben noch mal schaffe, eins davon fertig zu schreiben).

    1. Die andere Seite der Medaille ist natürlich, dass man mit dem zurück geben Verlagen und Autoren davon abbringt, E-Bücher raus zu bringen. Wenn sie kein Geld daran verdienen, dann wird es irgendwann abgeschafft. Ist ja klar. Ich kann jedenfalls verstehen wenn ein Indie-Autor irgendwann die Nase voll hat und nur noch gedruckte Bücher anbietet.

      Diese Leser schießen sich also auch selbst ins Bein. Auf lange Sicht zwar, aber den Schaden nehmen sie irgendwann auch selber.

      1. Ja, aber wie viele müssen zuvor auf der Strecke bleiben? Wenn ich jetzt Indie-Autor bin, muss ich mich ja nun mal auch dem System beugen, um Geld zu verdienen. Das kann ich so aber nicht, also muss ich meinen Traum aufgeben und wieder bei der Müllabfuhr anfangen.
        Natürlich wird das auf Dauer Konsequenzen haben, da haben aber die jetzigen Autoren herzlich wenig von. Aber das ist eben ein generelles Problem heutzutage. Die Leute wollen eben für Unterhaltung nichts mehr ausgeben. Ich kann das auch nachvollziehen. habe ja selbst keine Knete. Aber auf lange Sicht kann das nicht gut gehen.

    1. In Amerika ist das anders. Ich habe gerade gegoogelt, und nach amerikanischem Gesetz müssen Läden gar nichts zurück nehmen, außer, es ist kaputt. Dass sie es trotzdem tun ist halt Kullanz. Der Laden kann selber bestimmen, wann und wie sie etwas zurück nehmen.

      Ein gesetzliches 30 Tage Rückgaberecht. gibt es in Deutschland nicht. Der Laden ist dazu verpflichtet, mangelhafte Produkte zurück zu nehmen, das ist alles.

  3. Urg….ich bin baff….ich wäre nie auf die Idee gekommen ein gelesenes Buch zurück zu geben…ob es mir gefällt oder nicht…Ausserdem gibt es auch Onleihe…unsere Bücherei vor Ort bietet das mittlerweile sogar an….also auch für schlanke Börsen geeignet….Ich bin echt baff….manchmal lebe ich doch hinter dem Mond…ach da fühl ich mich dann doch auch wohl…;-)

  4. Das ist ja eine Frechheit! Wie dreist einige Leute doch sein können. Und bitte? 0,99 bis 2,99€ zu teuer für ein eBook?
    Ich finde die Petition gut. Wenn Amazon das technisch abbilden kann, dass komplett durchgelesene Bücher von der Rückgabe ausgeschlossen sind, dann unterstütze ich das. In einem Buchladen würde ich als Buchhändlerin auch kein gelesenes Buch zurücknehmen. Sachen gibt’s….

  5. Das ist einfach nur frech, dreist und unverschämt, entspricht aber voll und ganz der weit verbereiteten Mentalität, alles haben, aber nichts dafür bezahlen zu wollen. Gut, wenn ich etwas kaufe und es mir nicht gefällt, möchte ich es auch zurückgeben können, aber das merke ich in der Regel schon nach wenigen Seiten, außerdem gibt es oft Leseproben und im Restaurant esse ich auch nicht meinen Teller leer und weigere mich dann, zu bezahlen, weil es nicht geschmeckt hat (obwohl es sicher Menschen gibt, die dreist genug sind, auch das zu erwarten). Wenn ich eine Dienstleistung nutze, muss ich dafür bezahlen – so einfach ist das. Und an nichts kommt man auch mit einem schmalen Budget schneller und einfacher als an Bücher. Es gibt Bibliotheken, in denen man sie sich ausleihen kann, bei rebuy gibt es Bücher schon ab 59 Cent, nahezu jede Stadt hat inzwischen öffentliche Bücherschränke…

    1. Da fällt mir eine vollkommen andere Geschichte ein:

      Letztes Jahr war ich in einem Restaurant, und der Mann am Nebentisch hatte den Teller zur Hälfte leer gegessen. Dann winkte er die Kellnerin rüber, sagte ihr, dass es ihm nicht schmeckt und er das zurück gehen lässt, und sie versprach ihm ein neues Essen. Sie hatte die Hände voll, daher konnte sie sein Essen nicht mit zurück in die Küche nehmen und ER HAT EINFACH WEITER GEGESSEN ALS ER AUF SEIN NEUES ESSEN GEWARTET HAT.

      Ich dachte, ich erlebe einen Mord, aber die Kellnerin ist klar ein besserer Mensch als ich.

      1. Vermutlich ist sie kein besserer Mensch, aber einfach Kummer gewohnt und inzwischen abgestumpft. Ich habe eine Zeitlang im Einzel- und Buchhandel gearbeitet, weshalb mich da auch nichts mehr erschüttern kann. Du ahnst nicht, was Menschen alles umtauschen, zurückbringen und ihr Geld zurückhaben wollen… Total rundgelesene Bücher, Reisestecker werden nach dem Urlaub zurückgebracht und eine Bekannte, die in einem Drogeriemarkt arbeitet, hat mir erzählt, dass eine Frau Klopapier zurückbrachte, weil ihr Mann das gekauft hatte und das Muster nicht zu den Fliesen im Bad passt – immerhin war es noch unbenutzt.

  6. Ich bin noch nichtmal auf die Idee gekommen, gelesene Bücher oder eBooks zurückzugeben. Erstere hörte ich, zweitere hole ich mir nur, wenn sie kostenlos angeboten werden.

    Dämliche Idee, sowas überhaupt zu ermöglichen!

  7. Nicht zurückgeben dürfen ist im Sinne des Käuferschutzes natürlich keine Option.

    Das beschriebene Beispiel ist Sinnbild für Schmarotzertum unterster Schublade. Das sind so Menschen, die ihre abgeratzten Pullover nach 8 Jahren an Land’s End zurückschicken, weil sie es können …

    Zum Glück sind diese Individuen in der Minderheit. Petitionen bedarf es in diesem Zusammenhang meiner Meinung nach keine – es gibt wichtigeres auf dieser Welt. Ja, ich weiß: Betroffene Autoren sehen das (zu Recht) anders.

    PS: Vielleicht ist das ja der Grund, warum eBooks bei Amazon teurer sind als Papierbücher? Irgendeine Mischkalkulation, weil eBooks eher zurückgegeben werden!?

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