The Help von Kathryn Stockett.


Worum es geht:

Mississippi der 1960er. Aibileen arbeitet als Haus- und Kindermädchen bei den Leefolts, Minny als Hausmädchen bei Miss Walters. Als Skeeter aus dem College zurück kommt ist der einzige Job, den man ihr zutraut, die Haushaltskollumne der lokalen Zeitung zu schreiben. Selber mit einem nun verschwundenen Hausmädchen aufgewachsen weiß Skeeter gar nichts darüber wie man einen Haushalt führt und lässt sich von Aibileen helfen.

Dabei bemerkt sie, wie groß die Unterschiede zwischen Schwarzen und Weißen eigentlich sind. Die Hausmädchen dürfen nicht in die selben Supermärkte, die selben Umkleidekabinen, die selben Toiletten. Dennoch bereiten sie das Essen zu, erziehen die Kinder, putzen das Haus.

Als Minny gefeuert wird weil Miss Walters in ein Altenheim zieht und deren Tochter überall rumerzählt, dass Minny gestohlen hat damit diese keine andere Arbeit mehr findet, beschließt Skeeter, dass sie die Geschichten der Hausmädchen aufschreiben wird.

Ein Unterfangen, das nicht sehr einfach ist. Wer für den kleinsten Verstoß gefeuert werden kann und von niemandem mehr eingestellt wird redet nicht so einfach.


 

Meine Meinung:

Mir hat das Buch gut gefallen.

Die Stimmung wird gut eingefangen, ohne zu erdrückend zu sein. Da sind Miss Skeeter und Miss Celia, die beiden sozial Ausgestoßenen, die sich nach menschlichen Beziehungen sehnen. Miss Hilly, die sich zum Ziel gesetzt hat, dass schwarze Menschen ihren Platz kennen und notfalls gebrochen werden müssen. Aibileen und Minny, die ihre weißen Familien lieben, aber die Situationen mit ihnen hassen. Die Kinder, die noch gar nichts verstehen und sich wundern, warum ihre schwarze Mutter so anders behandelt wird von ihrer Weißen. Die Eltern, die sich selber liebevoll an ihre eigenen Kindermädchen erinnern, das Mädchen ihrer Kinder aber nicht als Mensch ansehen. Und die Nachbarn, die ihre Hausmädchen anständig behandeln halten das geheim, damit ihre Freunde nicht schlecht von ihnen denken.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Aibileen, Minny, und Skeeter erzählt. Wo ich die Szenen mit Minny am besten fand und die mit Aibileen auch nicht schlecht waren mir die mit Skeeter oft zu lang und Dröge. Außerdem hatte ich nicht das Gefühl, dass Skeeter irgendeine Art Persönlichkeit hatte.

Einmal etwa 70% im Buch gabs dann auch eine Szene mit einem ungenannten Erzähler, die mich stutzten ließ. Ich habe dann erst mal zurück geblättert wer da überhaupt erzählt, nur um festzustellen, dass in diesem Kapitel niemand bestimmtes im Fokus ist. Diese Erzählart ist nach diesem einen Kapitel auch gleich wieder verschwunden und ich wundere mich, woher sie überhaupt kam. Das ist sauer raus gestanden und alle drei eigentlichen Erzähler waren auch im Raum und hätten das übernehmen können.

Nuja. Ganz schlimm wars aber nicht. Nett fand ich, dass Aibileen und Minny so schreiben wie sie reden. Der sassy Südstaatenakzent kam gut rüber. Ich konnte mir die Stimmen ohne Probleme vorstellen.

Jede der Protagonistinnen hat ein Geheimnis, nein, sogar zwei: Eins zum verstecken und eins zum aufdecken, und man kann wunderbar miträtseln und mitfühlen, was denn nun das terrible awful ist, das Minny verbrochen hat, was mit Constantine, Skeeters Kindermädchen, passiert ist, dass Aibileen ihren weißen Kindern heimlich über Martin Luther King und Rosa Parks erzählt, und natürlich, dass sie ein Buch schreiben.

Mein absoluter Lieblingscharakter war Celia. Minnys Spitzname für sie, der Dummkopf, ist zwar nicht ganz unberechtigt, aber ich konnte mir einfach nicht helfen und sie mögen. Und das Bild, dass eine barfüßige Südstaaten-Marylin Monroe unter den ganzen Hühnern von Jacksonville rumläuft, die so verklemmt sind, dass sie selbst im Sommer bei 40° lange Ärmel und Mantel tragen weil es sich so gehört ist doch einfach mal witzig. Kein Wunder, dass sie alle gehasst haben. Dass sie den reichsten Mann der Stadt geheiratet hat war da nur das Sojasahnehäubchen.

Alles in allem kann ich das Buch empfehlen. Tolle Charaktere. Gute Umsetzung. Einfach zu lesen. Und ohne die zu erwartende Moralkeule.


 

Für Fans von

:Himmlische Träume von Joanne Harris, Ein ganzes halbes Jahr von Jojo Moyes, Sookie Stackhouse von Charlaine Harris.


 

  • Deutscher Titel: The Help – Gute Geister.
  • Verlag: Penguin / btb Verlag.
  • Preis: 6,54€ fürs Ebook, 7,20€ für das Taschenbuch. Die deutsche Ausgabe kostet 8,99€.
  • 464 Seiten / 608 Seiten.
  • ISBN: 0141047704 / 344274508X
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14 Kommentare

  1. Ich habe das Buch mit 12 oder 13 gelesen, da war es doch eine ganz schön harte Geschichte. Aber es war wirklich gut. @daslindgrenchen Lies das Buch ruhig, ich denke, es könnte dir gefallen. 🙂

  2. Wunderbares Buch und ebenso guter Film. Das Buch gefiel mir erzählerisch sehr gut, die Charaktere konnten so gut herausstechen, dass allein durch das Geschriebene klar war, um wen es sich handelte.

    1. Genau deshalb hat mich wohl das Kapitel ohne Ich-Erzähler etwas heraus gerissen. Die Charaktere waren allein an ihren Schreibweisen so gut zu unterscheiden dass ich ohne die drei durcheinander kam 😀

    1. Der Film hat viele Sätze wortwörtlich übernommen. Ansonsten hat er ein paar wenige Szenen geändert, aber an sich war es ziemlich getreu verfilmt.

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