Fuller House.

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Ich habe die ganze Serie gesehen. In zwei Tagen. Unglaublich, aber so ist das halt manchmal.

Ich war etwas verwundert über die Suchtwirkung die die Serie hat. Ich mochte das Original nämlich nicht sonderlich. Ich hab sie zwar geschaut, aber die Kinder waren nervig wie in den meisten Serien, die Umarmungen zu viel, und der Witz teilweise Öde oder vorhersehbar. Aber es waren die 90er und man hat halt geschaut, was im Fernsehen kam, ne?

Leider war das Original dann auch der Genickbruch. Es wurde sich viel zu heftig darauf gelehnt. Vor allem die erste Folge ist arg cringeworthy und hätte überhaupt kein eigenes Fundament ohne Full House. Man lernt die neuen Charakter nicht kennen, man lernt kaum etwas über die alten, außer, dass sie 20 Jahre älter sind, hätte Danny einfach nur DJ seine Schlüssel zugeworfen wäre genauso viel passiert.

Es wurde besser in den nächsten Folgen. Nicht viel, aber die Serie wurde etwas eigenständiger.Ich hoffe, in den nächsten Staffeln verläuft sich das dann komplett.

Gut fand ich, dass die ganzen Umarmungen eingedämmt wurden. Es geht sogar so weit, dass Jackson, der Sohn von DJ, nachdem er was angestellt hat nach einer Umarmung fragt um abzulenken und DJ ihm sagt, dass Umarmungen keine Probleme lösen und er keine bekommt. Der Erziehungsstil ist ein anderer als damals und das tut der Serie gut. Auch wird nicht gleich jede Schandtat von den Eltern entdeckt und vors Familiengericht gezerrt (mit einer Umarmung als Richtspruch) sondern sie können sich durchaus mal selber aus dem Dreck ziehen.

DJ, Steph, und Kimmy sind keine perfekten Eltern die immer wissen, was sie tun müssen. Es werden Verfolgungsapps benutzt, Karten für eine Show weg genommen, und Autos als Bezahlung gewaschen.

Die Kinder sind auch keine Kopien der früheren Serie, sondern haben eigene Charakter. Heraus sticht wohl vor allem Jackson, der mitten in der Pubertät ist und seine Gehirnkapazität zu Gunsten von Hormonen zurück geschraubt hat.

Aber auch Max und Ramona sind ihren Eltern sehr unähnlich. Wo Kimmy gerne aus Versehen viel zu aufdringlich war weiß Ramona genau, wie sie wo ankommt und wo sie sich daneben benehmen kann.

Apropos Ramona: Es ist gut, dass sie mit Jackson eher eine geschwisterliche Beziehung hat als die im Trailer angedeutete einseitige Liebe. Das passt viel besser ins Familienkonzept. Auch wenn schon viele Fans rufen, dass die beiden zusammen gehören. Ich hoffe, die Produzenten lassen sich nicht erweichen. Auch Jungen und Mädchen im selben Alter können einfach nur befreundet sein. Unglaublich, aber wahr.

Das ständige Getanze fand ich dann aber doch sehr fehl am Platz. Außerdem habe ich mich gefragt, was in der Zwischenzeit mit Steph passiert ist. Der Charakter hat sich ja mal um 180° gewendet und ist so ganz anders, als die Teenagersteph, mit der die Serie aufgehört hat. Wo man alle anderen Darsteller, insbesondere Kimmy und DJ, noch erkennt ist Steph einfach komplett abgewichen und schläft den ganzen Tag, während sie nachts Partys feiert und mehrere Freunde auf einmal hat. 

Schlecht fand ich auch das Liebesdreieck. DJs Mann ist gestorben und nun MUSS sie sich zwischen ihrem Kollegen, dessen Namen ich schon wieder vergessen habe, und ihrem alten Freund Steve entscheiden. Das hat sich durch die ganze Serie gezogen und war wirklich in keinster Weise witzig. Und die Männer stört das kein bisschen, dass sie mit beiden ausgeht, nein, sie gehen sogar noch ein Bier miteinander trinken. Ich meine, natürlich haben sie mal mit den Hufen gescharrt, aber das wars. Keiner hat mal mit dem Fuß aufgestampft, keiner hat sich zurück gezogen, gar nichts. Immerhin ist das ja wie bei der Bachelorette. Wirklich, Serie? Wirklich?

Also alles in allem ist es eine nette Serie, aber wenn das Original nicht gewesen wäre und es eine neue Serie ohne die alten Schauspieler und Namen gewesen wäre hätte ich sie wohl nicht angeschaut. Dafür wäre sie dann doch zu langweilig bis nervig gewesen. Als Fortsetzung kann man sie aber gut anschauen.

Eben wie eine Serie, die man noch in der 8. Staffel anguckt, obwohl sie schon bei der 5. über den Hai gesprungen ist. Man bleibt wegen der Charakter und der Nostalgie. Zu bieten hat es aber nicht wirklich was.

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3 Kommentare

  1. „… Aber es waren die 90er und man hat halt geschaut, was im Fernsehen kam, ne? …“
    Das Konzept kann mein Sohn gar nicht verstehen… Wir schauen daheim nie fern, sondern streamen nur. Und wenn wir dann mal wo zu Besuch sind, wo es „nur“ TV gibt, ist er frustriert. Wieso kann er jetzt nicht die Sendung schauen, was er will? Warum nur das, was jemand anderer ausgesucht hat? Und wieso wird das so oft von Werbung unterbrochen? Alles doof 😉

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