Zwischen Schnee und Ebenholz von Ann-Kathrin Wolf (Die Märchenherz-Reihe #1)

Worum es geht:

Alex kleine Stadt bekommt gleich mehrmals zuwachs: Den attraktiven Will Grimm, sowie die Zwillinge Lukas und Gabrielle. Jeder von ihnen scheint ein Interesse in ihr zu haben und gleichzeitig miteinander verfeindet zu sein. Als Alex im Traum von einem Wolf angefallen wird und beim Aufwachen Kratzspuren auf ihrem Körper findet wird sie krank. Ob es Werwölfe wirklich gibt? Antwort: Na klar.


 

Meine Meinung:

Das Buch hatte viele Schwächen. Aber sie sind zu entschuldigen. Ich hatte meine Freude damit. Wer meinem Blog schon eine Weile folgt, weiß, dass ich Märchen sehr gerne mag, und die Idee für die Geschichte hat mich bei der Stange gehalten.

Wie ich schon beim Gemeinsam lesen meinte, die Geschichte braucht mindestens die Hälfte vom Buch, bis sie mal in Fahrt kommt. Und bis dahin muss man viele Tassen Kaffee mit Alex trinken und viele Duschen mit ihr nehmen. Ernsthaft. Man kann nur so viele Duschen in 280 Seiten quetschen. Apropos duschen: Die Autorin hat einen Faible für Wiederholungen. Ich habe um einen Satz für die Rezension rauszusuchen das Wort „Blick“ bei meinem Kindle eingegeben und dabei 386 Ergebnisse gefunden. Ich wusste ja, dass das Wort häufig vorkommt, aber halleluja.

Alex hob den Blick immer noch nicht von ihrem Kaffee, aber sie spürte Lillys Blick weiterhin auf sich gerichtet.

Das ist ein typischer Satz.

Einfaches Korrekurlesen könnte das ganz leicht verhindern:

Alex hielt den Blick immer noch auf ihren Kaffee gerichtet, aber sie spürte Lillys Augen weiterhin auf sich.

Bitte, danke.

Erschöpfung machte sich in ihr breit und machte weitere Grübeleien unmöglich.

Vereinfachte Version:

Sie fühlte sich erschöpft und es wurde schwer, einen Gedanken zu fassen.

Tun und machen in der Erzählung immer versuchen zu ersetzen. Einfach, aber wirkungsvoll.

Da waren noch ein paar Sätze, aber ich habe vergessen, sie zu markieren, und ausserdem brauche ich hier auch nicht alles aufzählen.

Desweiteren wurde manchmal die Perspektive gewechselt. In den letzten Kapiteln. Mittendrin. Plötzlich wurde aus der Sicht von Alex‘ bester Freundin Lilly geschrieben. Ohne Ankündigung. Vielleicht war ich ja auch einfach nur abgelenkt in dem Moment (ich habe auf die nächste Wiederholung gelauert), aber ich war erst mal verwirrt und musste diese Stellen mehrmals lesen, um zu verstehen, dass es auf einmal nicht mehr Alex ist, von der da erzählt wird. Nuja.

Ansonsten fand ich den Schreibstil nicht unangenehm, er war einfach dahinplätschernd und leicht zu lesen.

Dass keiner der Charaktere Eltern hatte, nicht immer logisch handelten, und die Liebe offensichtlich aus heiterem Himmel kam hat mich nicht gestört. Es ist ein Märchen. In Märchen kämpfen Waisen, sie sind nicht immer logisch, und Liebe wird aufs Geratewohl verteilt. Das fand ich einen netten Wink an den Ursprung dieses Buches. Daher sehe ich auch mal über das immer Wiederkehrende Fräulein in Nöten hinweg.

Warum es so viele Leute aus England und Amerika in diese kleine Stadt verschlagen hat konnte ich zwar nicht verstehen, aber gestört hats auch nicht.

Die Geschichte an sich fand ich nett, die Idee interessant. Dass die Märchenfiguren wirklich gelebt haben und deren Blutlinie immer noch von den Bösen bedroht wird wurde gut umgesetzt und auch hier fand das Märchenmotiv mehrere Verwendungen.

Den Schluss fand ich gut. Das Böse ist Böse, und es plant böse Dinge.

Jedes Kapitel wird mit einem passenden Zitats eines Märchens begonnen.  Dabei kommen auch ab und an weniger bekannte Märchen wie Jorinde und Joringel oder Allerleirauh in Benutzung.

Ansonsten kann man das Buch auch gut verfolgen, wenn man das letzte Märchenbuch schon vor einer Weile in der Hand hatte, es ist nicht so tief eingewoben dass man die Anspielungen nicht verstehen würde. Alles in allem ein nettes Buch für die Adventszeit.


 

Für Fans von:

Das 10. Königreich von Kathryn Wesley, Sophie im Schloss des Zauberers von Diana Wynne Jones, Eine dunkle und grimmige Geschichte  von Adam Gidwitz.


 

 

  • 280 Seiten
  • Verlag: Impress
  • Der Preis vom Ebook ist 3,99€.
  • Der nächste Teil heißt Zwischen Blut und Krähen.

 

 

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