Supergute Tage oder die sonderbare Welt des Christopher Boone von Mark Haddon.

Worum es geht:

Christopher Boone ist 15 jahre, drei Monate und zwei Tage alt. Er hat eine Hausratte mit dem Namen Toby. Er isst am liebsten rote Dinge. Er schreibt als erster überhaupt an seiner Schule ein Matheabitur. Und er will aufklären, wer den Pudel von Gegenüber mit einer Mistgabel ermordet hat.


Meine Meinung:

Christopher ist sehr wortwörtlich. Stellt euch die Worte oben vor, nur als ganzen Roman und in der Ich-Perspektive. Er gibt offen zu, nicht schreiben zu können und schreibt nur ein Buch, weil seine Lehrerin Siobhan es möchte. Da er sich auch nichts ausdenken kann, nimmt er den Mord am Nachbarspudel als Aufhänger. Und so schlittern wir in die Geschichte über und mit Christopher Boone, der 15 Jahre, drei Monate und zwei Tage alt ist. Und eine Hausratte mit dem Namen Toby hat.


Vielleicht lag es ja auch daran, dass Christopher selber geschrieben hat und sich unverstanden fühlte, aber ich war sehr überrascht, dass die Leute um ihn rum nicht gemerkt haben, dass er behindert ist, obwohl es doch so klar war. Selbst seine Eltern vergessen immer wieder etwas. Unter anderem, dass er nicht angefasst werden will. Hallo? Der Junge ist 15 Jahre alt (und drei Monate und zwei Tage). Da hätte man sich doch mal daran gewöhnen können ihn nicht zu umarmen. Da war auch der Polizist, der geschickt wird, um nach Christopher zu suchen. Man sollte meinen, dass er über Christophers Behinderung bescheid gesagt bekommt. Nope. Große Überraschung als es dann wirklich nicht mehr zu übersehen ist.


Das andere, was mir nicht gefallen hat, waren die vielen Abschweifungen. Da steckt man mitten in der Geschichte und plötzlich erzählt Christopher von einem Urlaub, bei dem er eine Wiese voller Kühe gesehen hat. Und dass er immer noch weiß, werlche Muster diese Kühe hatten. Dass er sie jetzt sofort zeichnen könnte, wenn man ihn fragen würde. Dann kommt ein krudes Bild einer Kuh. Schön. Ich möchte aber lieber wissen, wie es weiter geht. Am Anfang war es ja noch ganz nett um ihn kennen zu lernen, aber irgendwann sind es einfach zu viele Matherätsel und Unterbrechungen gewesen. Ich war genervt davon. Ganz abgesehen davon, dass ich mich immer noch nicht fühle, als wäre ich dem Charakter irgendwie nahe. Ich weiß fast nichts von ihm, mal abgesehen von dem, was er da gerade erlebt hat. Auch wenn der Autor es fast schon mit dem Brecheisen versucht, mir einzufüttern.


Die Details fand ich nett. Die Kapitel, die mit Primzahlen betitelt sind statt mit 1, 2, und 3. Dass Christopher seine Gedankengänge oft in Listen niederbricht. Dass Christopher Dinge sehr logisch betrachtet. Wenn er etwas mag, oder etwas nicht mag, dann hat er dafür genaue Gründe.


Die Geschichte ist für den Leser schnell zusammengepuzzelt, man liest eher, damit man Christopher beim entdecken zusehen kann. An sich mochte ich das Buch, ich habe es in einem Rutsch durchgelesen. Es war jetzt aber weit weg von bombastisch und den Hype darum kann ich nicht verstehen. Es ist lesbar, aber man muss es nicht gelesen haben und ich kann Leute verstehen, die es absolut nicht mögen. Der Stil ist schon arg gewöhnungsbedürftig.


 

Für Fans von:

Extrem laut und unglaublich nah von Jonathann Safran Foer, Der Fänger im Roggen von J.D. Salinger, Schlachthaus 5 oder der Kinderkreuzzug von Kurt Vonnegut, Winn-Dixie von Katie DiCamillo.


 

  • Fun Fact: Diese Rezension wurde zwei mal geschrieben. Die erste war natürlich viel cooler und toller.
  • Das Buch hat 288 Seiten.
  • Verlag: cbj.
  • ISBN-10:  3570403211
  • Der Preis vom Ebook ist 6,99€, das Taschenbuch kostet 7,99€

 

 

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