Die Selbstmord-Schwestern von Jeffrey Eugenides

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Die Selbstmord-Schwestern von Jeffrey Eugenides

Worum es geht: Alle Augen der Nachbarjungs sind auf das Haus der Lisbons gerichtet. Von ihrer Mutter abgeschirmt leben die fünf Schwestern wie Fabelwesen mitten unter ihnen. Als die dreizehn Jahre alte Cecilia sich mit dem Rasiermesser des Vaters die Pulsadern aufschneidet und die Mutter noch dringlicher das Bedürfnis verspürt, die Mädchen zu beschützen nehmen auch diese sich das Leben. Was ist damals passiert?

Meine Meinung: Eine interessante Erzählweise. Während es eigentlich um die Lisbons und vor allem deren Mädchen geht, kennen die Erzähler sie eigentlich gar nicht. Das Buch besteht nicht aus Dialogen, sondern aus Erzählungen über die Mädchen oder Nachbarn von einem Haufen Schwarmdenkern, die nur von wir oder uns reden, wie in einem Chorus, nur, dass sie teilweise an der Geschichte teilnehmen und nicht nur Beobachter sind. Da sie, selbst wenn sie seltenerweise etwas mit den Mädchen unternehmen niemals wirklich mit ihnen interagieren und bald wieder in die Zuschauerposition verfallen wird man selber in diese Voyeristenposition geschoben die von den Jungs eingenommen wurde, mit all den unbefriedigenden Nebeneffekten, die dadurch entstehen, da die Schwestern nie von Nahem gesehen werden können.

Eugenides hat eine schöne Art, komplexe Dinge wie Gefühle in wenigen Worten beschreiben zu können wodurch das ganze Buch ein einfacheres Leseerlebnis scheint als die Thematik an sich ist. Dennoch musste ich mich etwa die letzten 100 Seiten beinahe durchquälen, da es einfach langsam zu viel des Erzählens wurde und ich doch mal in der Handlung weiter kommen wollte. Nichts gegen Bücher, die sich Zeit nehmen, aber das wurde mir dann doch etwas zu viel.

Dennoch war es ein schönes Buch, von dem ich froh bin, es gelesen zu haben.


An dem Morgen, an dem die letzte Lisbon-Tochter Selbstmord beging – Mary diesmal, mit Schlaftabletten wie Therese -, wussten die Sanitäter schon genau, wo die Schublade mit den Messern war, wo der Gasherd und wo im Keller der Balken, an dem man das Seil festbinden konnte.


Für Fans von: Zusammen ist man weniger allein von Anna Gavalda, Veronica beschliesst zu sterben von Paulo Coelho, Einer flog über das Kuckucksnest von Ken Kesey, Die Sturmhöhe von Emily Brontë


Preis: Das Buch hat 259 Seiten und kostet fürs Ebook 8,49€, das Taschenbuch 8,99€

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